Geht es nach der EU soll ab dem Jahr 2035 Schluss mit Verbrennern sein. Ab dann gilt für Neukäufer ein Zwang zum E-Auto, selbst Hybride werden dann nicht mehr verkauft. Viele Hersteller schwenken im vorauseilendem Gehorsam schon jetzt auf den neuen Antrieb um und schicken ihre alten Modelle mit fossilem Antrieb lieber früher als später in Rente – ob das den Kunden nun passt, oder nicht.

Doch offenbar scheint die Pionierstimmung allmählich einer gewissen Ernüchterung zu weichen, da E-Autos nach wie vor nicht die Schwelle zum Massenmarkt überwunden haben. 90 Prozent der monatlichen Neuzulassungen entfallen auf Verbrenner, weshalb nun immer mehr Hersteller einen Haltungswechsel vollziehen.

So kündigte beispielsweise Skoda-Chef Klaus Zellmer jüngst an, bis zum Verbrennerverbot im Jahr 2035 auch weiterhin Modelle mit Diesel- und Benzin-Motoren anbieten zu wollen.

Angebot und Nachfrage

„Bis dahin bieten wir unseren Kunden an, was sie nachfragen: von Diesel und Benziner über Mildhybrid und Plug-in-Hybrid bis zum batterieelektrischen Fahrzeug“, erklärte Zellmer m Gespräch mit der „Auto Motor & Sport“.

„Uns geht es nicht darum, in den Wettbewerb um den letzten Verbrenner einzusteigen, sondern die Wünsche unserer Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.“

Und weiter: „Es gibt Nutzungsprofile, da macht ein E-Fahrzeug zu 100 Prozent Sinn, aber für andere Profile ist der Plug-in-Hybrid extrem attraktiv. Das ist schon die richtige Technologie, auf die wir da gesetzt haben.“ Nun sei im Zuge der Abschaffung der staatlichen Kaufprämie in Deutschland jedoch eine „gewisse Ernüchterung“ eingetreten.

„Damit bin ich wieder bei meinem Punkt: Der Kunde entscheidet.“

Damit stößt Skoda ins gleiche Horn wie etwa auch BMW, wo Konzernchef Oliver Zipse schon von Anfang an klar Position bezogen und betont hatte, dass man solange an dem Verbrenner festhalten werde, wie es einen Markt dafür gibt.

Mercedes wiederum hat sich kürzlich wohl dazu gezwungen gesehen, von seiner zunächst noch sehr klaren Elektro-Strategie abzuweichen. So hieß es im Rahmen einer Pressekonferenz, dass man das 50-Prozent-Ziel in Sachen Anteile für Plug-in-Hybride und reine E-Autos nun erst für 2030 anpeile – und damit fünf Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Quelle: focus.de