Die Elektromobilität ist ein Thema, über das man sich hierzulande offenbar gerne und ausgiebig streiten kann. Bei all den mal wissenschaftlich, mal emotional geführten Diskursen ist es letztendlich aber der Kunde, der über die Zukunft eines Unternehmens entscheidet.

Entsprechend ernst sollte man dessen Feedback nehmen. Das weiß man auch im Hause Audi und vollführt nach massiver Kritik der Community nun eine Kehrtwende in Sachen Namensgebung.  Die ursprüngliche Idee des Autobauers war es, Elektrofahrzeuge und Verbrennermodelle hinsichtlich ihrer Kennzeichnung nach folgendem System klar zu trennen: E-Autos sollten mit geraden Zahlen betitelt werden, Verbrenner mit ungeraden.

Klingt im ersten Moment eigentlich ganz einfach, allerdings scheint dieses Vorhaben bei Kunden und Händlern auf großen Unmut gestoßen zu sein. Vonseiten der Tochtergesellschaft von Volkswagen heißt es nun:

„Audi stärkt den alpha-numerischen Aufbau seiner Nomenklatur. Diese richtet sich zukünftig global einheitlich und transparent nach Größe und Positionierung des jeweiligen Modells. Die bisherige Unterscheidung zwischen rein elektrischen Fahrzeugen und Modellen mit Verbrennungsmotor anhand der Ziffer entfällt.“

Zurück zu den Wurzeln

Der als A7 geplante Nachfolger des A6 wird demnach nun als A6 TFSI oder A6 TDI fortgeführt und durch den bereits eingeführten Stromer A6 e-tron ergänzt. Doch warum das ganze Hin und Her?

Zum einen mag der Erfolg der Kombination 5er´und i5 für Verbrenner und E-Autos bei BMW eine Rolle beim Umdenken gespielt haben. Zum anderen hatte die ursprünglich angedachte Namensstrategie einige Lücken. So etwa, weil die bestehende Baureihe des A5 mit einem neuen Modell fortgeführt worden wäre, welches tatsächlich aber näher am A4 positioniert ist.

Zudem haben sich die Modellnummern A4 und A6 seit ihrer Einführung im Jahr 1994 fest im Markt etabliert, nachdem der A4 den Audi 80 ablöste und der 100 zum A6 überarbeitet wurde.

Audi Vertriebsvorstand Marco Schubert erklärte:

„Die Entscheidung ist das Ergebnis intensiver Diskussionen und folgt auch dem Wunsch unserer Kunden sowie dem Feedback unseres internationalen Handels. Mit unserer Nomenklatur ermöglichen wir nun allen Kunden weltweit eine intuitive Orientierung in unserem Portfolio. Die Bezeichnung unserer Modelle gestalten wir so, dass Größe und Positionierung bereits auf den ersten Blick ersichtlich sind.“

Künftig sieht es nun also so aus, dass Audi eine neue Kennzeichnung einführt, bei der die Buchstaben A und Q „Flach- oder Hochbodenfahrzeuge“ (Nicht-SUV und SUV) markieren. Jedes Modell wird eine Ziffer tragen, welche die Größe anzeigt, ergänzt durch spezifische Kürzel für den Antriebstyp, wie e-tron für Elektroautos oder TFSI für Benziner.

Das erste Modell unter dieser neuen Nomenklatur, der Audi A6 mit Verbrennungsmotor, wird am 4. März vorgestellt und als A6 Avant TFSI von elektrisch betriebenen Versionen wie dem A6 Avant e-tron unterschieden. Bereits verkaufte Modelle wie die A5 Limousine und der A5 Avant behalten allerdings ihre bestehenden Namen.

Quelle: bild.de