Indem er den Puls der deutschen Autofahrer – oder besser: der deutschen Autoparker – mit seiner Tätigkeit in die Höhe trieb, wurde der selbsternannte Anzeigenhauptmeister Niclas Matthei hierzulande zu einer kleinen Berühmtheit.
Offenbar scheint es sich ausgezahlt zu haben, denn Deutschlands fleißigster Querulant hat nun überraschend angekündigt, seine Karriere als Knöllchenjäger an den Nagel hängen zu wollen – zumindest in Teilen. Der 19-Jährige hatte nach einer Reportage bei „Spiegel TV“ und diversen Auftritten in den sozialen Medien quasi über Nacht nationale Bekanntheit erlangt.
Sein befremdliches Hobby, als selbsternannter Ordnungshüter auf dem Fahrrad gezielt Falschparker anzuzeigen, erhitzte vor allem die Gemüter der Betroffenen, die Matthei Denunziantentum vorwarfen. In den sozialen Medien avancierte er hingegen zu einer Art Kultfigur. Der Hype um seine Person brachte dem Hobby-Polizisten sogar einige Werbedeals ein.
Am Jahrestag seines ersten Fernsehauftritts, dem 29. Januar 2024, verkündete Matthei über seine sozialen Kanäle nun aber das Ende seiner Ära als Anzeigenhauptmeister. In einem Interview mit RTL erklärte er in seiner gewohnt direkten Art: „Mein Ziel war dabei von Anfang an, möglichst viel Geld zu verdienen.“
Und eben dies scheint ihm gelungen zu sein. Im Zuge eines vorherigen Interviews hatte er bereits erklärt, dass sich sein Vermögen auf eine siebenstellige Summe belaufe – demnach wäre der Anzeigenhauptmeister inzwischen Millionär. „Meine grobe Leitlinie war dabei, für ungefähr ein Jahr jeden Scheiß mitzunehmen, mit dem ich Geld verdienen konnte. […] Der Plan hat tadellos bis heute funktioniert“, so Matthei weiter.
Sicher fühlen dürfen sich deutsche Falschparker deshalb aber nicht. Denn Matthei möchte auch weiterhin Knöllchen verteilen, das aber künftig wieder ohne den medialen Rummel und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. So also, wie vor der ersten Berichterstattung, nur eben mit deutlich mehr Geld in der Tasche.
„Abschließend lässt sich dazu nur noch sagen, gelohnt hat es sich definitiv und ich habe es nie bereut“, konstatiert der Anzeigenhauptmeister. „Den Blutdruck der Bevölkerung in die Höhe zu treiben, hat mir auch sehr Spaß gemacht!“
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