Amazon testet derzeit eine deutliche Erhöhung des Mindestbestellwerts für den kostenlosen Versand. Der Schritt betrifft ausschließlich ausgewählte Konten und richtet sich vor allem an Nutzer ohne Prime-Mitgliedschaft. Während Prime-Kunden weiterhin von kostenfreien Lieferungen profitieren, müssen Gelegenheitskäufer unter Umständen deutlich mehr ausgeben, um Versandkosten zu vermeiden.

Anpassung des Mindestbestellwerts

Wie Amazon gegenüber dem Technikmagazin Computer Bild bestätigte, handelt es sich bei der Erhöhung um einen zeitlich begrenzten Testlauf. Betroffene Nutzer erhalten den Gratisversand erst ab einem Bestellwert von 59 Euro. Damit liegt die Grenze 20 Euro höher als zuvor und deutlich über den ursprünglichen 29 Euro, die bis vor einigen Jahren galten.

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Unternehmen, man teste regelmäßig verschiedene Optionen, um den Service weiterzuentwickeln und das Einkaufserlebnis zu verbessern. Konkrete Gründe für die Anhebung nannte Amazon nicht. Für Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft bedeutet die Änderung jedoch spürbare Einschränkungen. Bestellungen, die unterhalb des neuen Schwellenwerts liegen, sind mit Versandkosten zwischen 2,99 und 4,99 Euro verbunden.

Strategische Überlegungen von Amazon

Die aktuelle Maßnahme wird von Beobachtern als möglicher Test verstanden, wie weit das Unternehmen bei der Erhöhung gehen kann, ohne Kunden zu verlieren. Kleinere Bestellungen werden für Gelegenheitsnutzer unattraktiver, während regelmäßige Käufer möglicherweise zum Abschluss einer Prime-Mitgliedschaft gedrängt werden.

Das Abo-Modell kostet derzeit 89,90 Euro pro Jahr oder 8,99 Euro pro Monat. Neben kostenlosem Versand umfasst es weitere Angebote wie den Zugriff auf Prime Video und Musik-Streaming. Für viele Vielbesteller könnte sich ein solches Abonnement damit stärker lohnen als Einzelkäufe mit wiederkehrenden Versandkosten.

Ob der neue Mindestbestellwert nach Ende des Tests beibehalten wird, ist noch nicht entschieden. Klar ist jedoch, dass Amazon mit solchen Maßnahmen sowohl das Nutzerverhalten analysieren als auch die Attraktivität seines Prime-Angebots verstärken will. Beliebter wird sich der Versandriese dadurch vermutlich nicht machen.

Quelle: techbook.de