Es ist noch gar nicht so lange her, da galt das Fahren eines Dieselfahrzeugs als vergleichsweise kostengünstig. Doch die Zeiten haben sich geändert.
Zwar ist der Treibstoff immer noch günstiger als Benzin, doch ob das auf lange Sicht so bleiben wird, ist ungewiss. Immerhin lag der Preis von Diesel im Jahr 2022 vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges zeitweilig schon einmal über dem von Benzin.
Hinzu kommen mit Blick auf den Umweltschutz immer strengere Grenzwerte in Sachen Emissionsausstoß. Um diese einhalten zu können, bedarf es technischer und chemischer Hilfe, die ebenfalls bezahlt werden will.
So zum Beispiel der Zusatzstoff AdBlue, der in modernen Diesel-Fahrzeugen der Euro-6- und vereinzelt auch der Euro-5-Norm regelmäßig nachgefüllt werden muss und bald deutlich teurer werden könnte.
Aktuell liegt der Preis der Harnstofflösung, die zur Abgasnachbehandlung von Dieselmotoren eingesetzt wird, noch im Bereich von 1,10 € und 1,40 € pro Liter. Gemäß einer Warnung des ADAC dürfte sich dies aufgrund einer auf unbestimmte Zeit stillgelegten Ammoniakanlage des größten deutschen Herstellers aber wohl bald ändern.
Vonseiten der Stickstoffwerke Priesteritz heißt es dazu, dass diese Drosselung der Produktion als Reaktion auf die schwierige Marktlage und die politisch bedingten Rahmenbedingungen erfolgt.
Eine Preiserhöhung beträfe neben der Logistikbranche rund zehn Prozent aller Privatfahrzeuge auf den deutschen Straßen. Die Experten des ADAC erwarten trotz der angespannten Situation vorerst aber keinen unmittelbaren Engpass in der AdBlue-Versorgung. Beim Automobilclub geht man stattdessen davon aus, dass auf politischer und industrieller Ebene zeitnah eine Lösung gefunden wird, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.
Wer AdBlue dennoch in kleineren Mengen zu Hause lagern möchte, muss einige Punkte beachten, um die Haltbarkeit des Produktes zu gewährleisten.
So muss der Zusatzstoff vor direkter Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 30 Grad geschützt und an einem gut belüfteten Ort gelagert werden. Ideale Lagertemperaturen liegen zwischen minus 5 und plus 20 Grad. Unter minus 11,5 Grad gefriert AdBlue, allerdings kann es nach dem Auftauen ohne Qualitätsverlust wieder verwendet werden.
AdBlue zersetzt sich im Laufe der Zeit zu Ammoniak, ein natürlicher Prozess, der von der Lagertemperatur abhängt. Bei Temperaturen unter plus 25 Grad beträgt die Haltbarkeit mindestens 18 Monate, bei bis zu plus 30 Grad mindestens 12 Monate.
Es ist zudem wichtig, dass AdBlue nicht mit anderen Substanzen in Kontakt kommt, da schon geringste Verunreinigungen das Produkt unbrauchbar machen oder das SCR-System schädigen können. Zum Umfüllen sollten daher keine alten Diesel- oder Ölkanister verwendet werden.
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