Viele Kommunikationsprogramme der ersten Stunden gelten als Kult, werden jedoch zunehmend obsolet. Vor diesem Hintergrund plant aktuell auch Microsoft, einem der ganz großen Namen den Stecker zu ziehen.

Wie unter anderem das Portal „Schmidtisblog.de“ berichtet, soll es schon bald einem Programm an den Kragen gehen, welches inzwischen redensartlich zum Synonym für die Videotelefonie geworden ist: Skype. Wie es heißt, will Microsoft, in dessen Besitz sich Skype seit der Übernahme im Jahr 2011 befindet, den Dienst schon im kommenden Mai einstellen.

Anfänge und Aufstieg

Die Idee für Skype kam dem schwedischen Software-Entwickler Niklas Zennström und seinem dänischen Kollegen Janus Friis im Sommer 2002. Ihr Ziel war es, mit neuen Ideen „die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen“, wie sie damals in der dänischen Zeitung „Politiken“ selbst erklärten. Der ursprüngliche Name „Skyper“, abgeleitet von „Sky Peer to Peer“, spiegelte die zugrundeliegende Technik wider.

Offiziell startete Skype dann am 29. August 2003, nachdem Zennström und Friis am 23. April desselben Jahres die Internet-Adressen skype.com und skype.net registriert hatten. Bereits in der ersten Woche nach der Veröffentlichung der Software wurden 60.000 Downloads verzeichnet, und im Oktober 2004 waren erstmals eine Million Nutzer gleichzeitig online.

Diese Erfolgsgeschichte rief rasch große Unternehmen wie Facebook, Google und schließlich auch Microsoft auf den Plan, wo man sich die Software für 8,5 Milliarden Dollar sicherte, um damit seinen bisherigen Chat-Dienst Windows Live Messenger zu ersetzen.

Im April 2013 vermeldete Skype unter der Führung von CEO Tony Bates einen Rekord von täglich mehr als zwei Milliarden genutzten Minuten für Chats und Telefonate. Zu Spitzenzeiten waren 50 Millionen Nutzer gleichzeitig online. Microsoft wollte sich auf diesen Erfolgen aber nicht ausruhen und begann bereits 2017 mit Teams einen Nachfolger für Skype zu etablieren.

Zu alt für diese Welt

Denn das gute alte Skype kämpft inzwischen mit technischen Limitationen und Sicherheitslücken, die in der heutigen schnelllebigen digitalen Welt als veraltet gelten. Die Software, die einst die Art und Weise, wie Menschen weltweit kommunizieren, revolutionierte, wird den modernen Anforderungen schlicht und einfach nicht mehr gerecht.

Und so avancierte das zeitgemäßere Teams alsbald zu einer beliebten Plattform für professionelle Kommunikation und übertraf rasch die Nutzungszahlen von Skype. Die Bedeutung der 2003 an den Start gegangenen Kommunikationssoftware nahm damit immer weiter ab.

Und das nicht nur intern, sondern auch im Vergleich zu Konkurrenten wie FaceTime oder Google-Diensten. Die Ankündigung des Endes von Skype ist daher weniger eine Überraschung, als vielmehr die logische Konsequenz aus dem technologischen Fortschritt und dem veränderten Nutzerverhalten.

Offizielle Bestätigungen des Unternehmens stehen noch aus. Doch die strategische Ausrichtung von Microsoft lässt wenig Raum für Zweifel an diesem Entschluss, nachdem man dort in den letzten Jahren bereits mehrere Skype-bezogene Dienste, wie „Skype for Business“ und „Skype Number“, vom Netz genommen hat.

Weitere Hinweise auf diesen Schritt liefert das Portal „XDA Developers“, wo man im Programmcode der kommenden Windows-Version für den Skype-Client Hinweise gefunden hat, die darauf hindeuten, dass Skype ab Mai 2025 nicht mehr verfügbar sein wird. Nutzer werden demnach angehalten, zu Microsoft Teams zu wechseln. Weiterführende Informationen zu dieser Umstellung gibt es allerdings noch nicht.

Quelle: techbook.de