Nachdem die Musiktauschbörse Napster vor über 20 Jahren pleiteging, wurde die Seite nun von einem Start-up gekauft und soll in neuem Gewand wiederbelebt werden. Was uns dieses Mal erwartet, ist noch ein wenig schleierhaft, der neue Napster-CEO versprach aber bereits Großes.

Im Jahr 1999 wurde Napster als Tauschbörse für MP3-Dateien gegründet. Nur zwei Jahre später ging das Unternehmen pleite, weil zahlreiche Parteien wegen Urheberrechtsverletzungen klagten. Auch wenn Napster durch seine damals fortschrittliche Peer-to-Peer-Verschlüsselung technisch als Wegbereiter galt, verschwand das Unternehmen ebenso schnell, wie es gekommen war. Die Marke selbst wurde über die Jahre hinweg mehrfach weiterverkauft und wechselte zuletzt im März den Besitzer.

Neuer Eigentümer hat große Pläne

Der neue Eigentümer von Napster ist das Start-up Infinite Reality. Tatsächlich ist man so überzeugt davon, mit Napster den großen Hit zu landen, dass sich das Start-up nun in Napster umbenannt hat. Auch die 56 Millionen Euro Schulden, die Napster mitbrachte, wurden übernommen, und so ließ es sich Infinite Reality eine Viertelmilliarde Dollar kosten, die Marke zu erwerben.

Laut CEO John Acunto soll Napster in Zukunft als Anbieter von „KI-gestützten digitalen Erlebnissen“ fungieren und quasi eine Mischung aus Streamingdienst, sozialem Netzwerk und Metaverse werden. In digitalen Räumen sollen Nutzer auch mit Künstlern in Kontakt treten können. Acunto versprach bereits, Napster noch dieses Jahr zu einem 50- bis 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen zu machen.

Findet Napster wieder in den Mainstream zurück?

Ob dies wirklich gelingt, ist fraglich. Experten des Wirtschaftsmagazins Forbes bemängeln nicht nur die ambitionierten Pläne, sondern stellen auch die schleierhafte Finanzierung des Start-ups infrage. So soll ein namentlich nicht genannter Großinvestor drei Milliarden US-Dollar beigesteuert haben. Was erst einmal nach viel Geld klingt, dürfte aber nicht nur in die Entwicklung neuer Dienstleistungen fließen, denn bei einem Jahresumsatz von lediglich 75 Millionen Dollar im Jahr 2024 müssen nun erst einmal andere Investoren mit dem Geld ausgezahlt werden.

Ob Napster wirklich den Sprung schafft und so beliebt wird wie Anfang der 2000er-Jahre, wird sich in den kommenden Monaten oder Jahren zeigen. Einfach wird es definitiv nicht werden, gerade wenn man bedenkt, wie fest Marktführer Spotify das Musik-Streaminggeschäft in der Hand hält.

Quelle: t3n.de