Mit dem C64 Ultimate bringt Commodore demnächst eine Neuauflage des legendären Heimcomputers der 1980er-Jahre auf den Markt. Nun sind derartige Retro-Comebacks dieser Tage nichts Neues, im Gegensatz zur Konkurrenz basiert das Gerät allerdings nicht auf Software-Emulation, sondern auf nachgebildeter Hardware.

Zu verdanken haben wir diese Wiedergeburt dem als „Peri Fractic“ bekannten YouTuber Christian Simpson. Dieser hatte zuvor alle 47 weltweit registrierten Commodore-Markenrechte übernommen und damit die Grundlage für ein offizielles Comeback geschaffen. Die Markteinführung des neuen Geräts erfolgt damit rund 30 Jahre nach dem letzten offiziellen Commodore-Produkt. Der Vorverkauf ist bereits gestartet, die Auslieferung soll im Oktober oder November 2025 beginnen.

Angeboten wird der C64 Ultimate in drei Varianten: Die Basisausführung „Basic Beige“ zum Preis von etwa 257 Euro orientiert sich optisch am Originalmodell von 1982. Die „Starlight Edition“ für rund 300 Euro verfügt über ein transparentes Gehäuse mit RGB-Beleuchtung, die auf Soundereignisse reagiert. Die aufwendig gestaltete „Founders Edition“ für etwa 428 Euro zeichnet sich indes durch 24-Karat-Gold-Embleme, bernsteinfarbenes Gehäuse und limitierte Seriennummer aus.

Retro-Design trifft moderne Schnittstellen

Trotz des klassischen „Brotkasten“-Designs ist der C64 Ultimate technisch auf aktuellem Stand. Zur Ausstattung zählen 128 MB DDR2-RAM, 16 MB Flash-Speicher sowie zahlreiche moderne Anschlüsse, darunter HDMI, USB-C, USB-A, microSD, Ethernet (100 Mbit/s) und WLAN.

Im Inneren verrichtet ein AMD Artix-7 FPGA-Chip sein Werk, der die ursprüngliche C64-Technik auf Siliziumebene reproduziert. Das soll laut Hersteller eine Kompatibilität von mindestens 99 Prozent mit Originalspielen, -Cartridges und -Peripherie gewährleisten.

Zusätzlich bleiben originale Schnittstellen wie Joystick-Ports, Anschlüsse für Kassetten- und Diskettenlaufwerke sowie analoge Videoausgänge erhalten. Die mechanische Tastatur mit 66 Tasten und Gateron Pro 3.0-Schaltern imitiert das Tippgefühl des Originals. Ergänzt wird das System durch die integrierte Ultimate-II+-Funktionalität, die unter anderem Tape-Emulation und schnellere Ladezeiten ermöglicht.

Trotz moderner Technik bleiben einige Spezifikationen bewusst im Retro-Rahmen: Die USB-Anschlüsse unterstützen nur USB 2.0, die HDMI-Ausgabe liefert maximal 1080p bei 50 Hz (PAL) bzw. 60 Hz (NTSC). Als besonderes Gimmick sind auf dem Mainboard außerdem die Namen und Unterschriften der ursprünglichen C64-Entwickler sowie des neuen Entwicklerteams in Kupfer eingeätzt.

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Gerät selbst ein USB-Stick mit 64 GB Speicher im Kassettengehäuse-Design, der über 50 lizenzierte Spiele enthält, ein Spiral-Handbuch sowie thematisch passende Aufkleber.

Rekord-PC

Der ursprüngliche Commodore 64 wurde 1982 eingeführt und gilt laut Guinness-Buch der Rekorde als meistverkaufter Heimcomputer weltweit. Zwischen 12,5 und 17 Millionen Exemplare wurden verkauft.

Besonders in Europa und Nordamerika setzte sich der C64 gegen konkurrierende Systeme wie den Atari 800XL oder Amstrad CPC durch. In Deutschland galt der Computer als Kultgerät, das maßgeblich zur Ausbildung einer Generation von Spieleentwicklern und Programmierern beitrug.

Quelle: winfuture.de