Es ist kein Geheimnis, dass wir hierzulande vergleichsweise viel für unseren Internetzugang zahlen müssen. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Vergleichsportals Verivox belegen nun aber, wie immens die Preisunterschiede im Vergleich zu unseren Nachbarn in der EU tatsächlich ausfallen.
Und so steht unterm Strich, dass der Preis pro Megabit für stationäres Internet in Deutschland rund fünfmal höher ist als der EU-Durchschnitt. Während in der Mehrheit der europäischen Länder die Kosten pro Megabit nur einige Cent betragen, müssen Verbraucher in Deutschland einen ganzen Euro für die gleiche Menge zahlen. Innerhalb der EU sind wir damit trauriger Spitzenreiter.
Die Untersuchung, die 37 deutsche Internettarife aus allen verfügbaren Bandbreiten berücksichtigte, fördert außerdem zutage, dass die Internetgeschwindigkeiten in Deutschland trotz der hohen Kosten oft hinter denen anderer EU-Länder zurückbleiben.
Jörg Schamberg, seines Zeichens Telekommunikationsexperte bei Verivox, erklärt in diesem Zusammenhang, dass in Deutschland häufig noch langsamere und veraltete DSL-Technologien zum Einsatz kommen, die nur selten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Schamberg führt aus, dass der deutsche Markt zwar seit 1998 liberalisiert ist, viele Anbieter jedoch weiterhin auf die Vorleistungsprodukte der Deutschen Telekom angewiesen sind. Diese Abhängigkeit verstärkt die Vormachtstellung des ehemaligen Monopolisten und behindert den technologischen Fortschritt, insbesondere den Ausbau modernerer Glasfaserleitungen.
Ein weiteres Problem ist die Zersplitterung des Glasfasermarktes und die daraus resultierende Verunsicherung der Verbraucher. Der Experte betont, dass Glasfasertarife im Vergleich zu DSL-Angeboten um 47 Prozent günstiger sein können, wenn man die gebotene Leistung berücksichtigt: „Ein Preisvergleich zeigt: Je nach Verfügbarkeit der verschiedenen Techniken können Internetkunden oft über 200 Euro im Jahr sparen, wenn sie ihren Tarif wechseln.“
Ein Blick in andere Teile Europas zeigt, wie es anders und vor allem erheblich günstiger geht. Laut einer Auswertung des britischen Vergleichsportals „Bestbroadbanddeals.co.uk“ zahlen Verbraucher in Rumänien beispielsweise lediglich einen Cent pro Megabit, gefolgt von Polen und der Slowakei mit jeweils drei Cent.
Auch in Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien und Portugal liegen die Preise mit weniger als zehn Cent pro Megabit deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 18 Cent. Erschreckend: Hinter Deutschland folgen auf Platz zwei und drei Belgien und Österreich – und selbst dort zahlen Kunden nur 35 Cent!
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