Ein ganz besonderes Datum sorgt bereits jetzt für Besorgnis unter IT-Experten: der 19. Januar 2038. An diesem Tag könnte sich ein Fehler ereignen, der an den sogenannten Millennium-Bug erinnert. Damals, rund um den Jahrtausendwechsel, sorgte das Phänomen für reichlich Nervosität. Das befürchtete Chaos blieb aus, weil Unternehmen und Behörden frühzeitig Gegenmaßnahmen trafen. Nun aber warnen Fachleute erneut.

Ursprung des Problems

Die Ursache liegt im Aufbau vieler Computersysteme. Zahlreiche Betriebssysteme, insbesondere solche auf Unix-Basis, verwenden die sogenannte Unix-Zeit. Dieses Format zählt die Sekunden seit dem 1. Januar 1970 als fortlaufende Zahl. Der größte darstellbare Wert dieser Zahl liegt bei 2.147.483.647 und wird am 19. Januar 2038 um 03:14:07 UTC erreicht. Danach kippt der Zähler ins Negative, wodurch das System das Datum fälschlicherweise als 13. Februar 1901 interpretiert.

Diese Umkehr kann weitreichende Folgen haben. Programme, die auf korrekte Zeitangaben angewiesen sind, könnten abstürzen oder falsche Berechnungen durchführen. Das betrifft nicht nur Kalenderfunktionen, sondern auch Logdateien, Authentifizierungen oder Steuerprozesse in sicherheitsrelevanten Anwendungen.

Das könnte passieren

Die Unix-Zeit steckt in vielen modernen Betriebssystemen, darunter Linux und macOS, sowie in einer Vielzahl von Geräten: von Routern, Smart-TVs und E-Book-Readern über industrielle Steuerungssysteme bis hin zu medizinischer und militärischer Technik. Dadurch ist der potenzielle Schaden erheblich größer als beim Jahr-2000-Problem.

Wenn die interne Uhr eines Systems plötzlich ein falsches Datum anzeigt, drohen Datenverluste, Fehlfunktionen oder komplette Systemausfälle. Besonders kritisch wären Störungen in der Energieversorgung, im Verkehr oder in medizinischen Geräten, bei denen präzise Zeitabläufe lebenswichtig sind.

Eine langfristige Lösung bietet die Umstellung auf 64-Bit-Systeme, die Zeitangaben über viele Milliarden Jahre korrekt verarbeiten können. Doch diese Anpassung ist aufwendig und teuer: Neben Software-Updates muss auch die Hardware entsprechend leistungsfähig sein. Hinzu kommt das Risiko, dass Cyberkriminelle die Schwachstelle gezielt ausnutzen könnten, um Systeme zu manipulieren oder lahmzulegen.

Quelle: bild.de