Die Motorenpalette von Audi verändert sich grundlegend. In den kommenden Jahren verschwindet der traditionsreiche Fünfzylinder aus dem Programm, was das Ende gleich mehrerer Modelle einläutet.

Der charakteristische Motor, der seit Jahrzehnten für besondere Fahrleistungen und ein unverwechselbares Klangbild bekannt war, ist schon jetzt nicht mehr im TT und im RS Q3 erhältlich. Als letzte Baureihe bleibt der RS 3, dessen Produktion in Ingolstadt nach aktueller Planung in rund zwei Jahren endet.

Hintergrund für diese Entscheidung sind die kommenden Abgasvorschriften der Euro-7-Norm. Zwar erklärte Audi-Chef Gernot Döllner gegenüber dem australischen Magazin „Drive“, dass eine technische Anpassung grundsätzlich möglich sei, die damit verbundenen Kosten würden sich jedoch wirtschaftlich nicht lohnen.

Neue Modelloffensive und strategische Weichenstellungen

Auf der IAA Mobility in München betonte Döllner außerdem: „Unser neues Portfolio und unsere neue Designsprache sind die nächsten Schritte in der konsequenten Weiterentwicklung des Unternehmens.“ Vor diesem Hintergrund präsentierte Audi auf der Messe mit dem Concept C ein neues Fahrzeug, das auf einer Elektroplattform des Volkswagen-Konzerns basiert, die ebenfalls für den Porsche 718 Boxster und Cayman EV genutzt werden soll.

Bis Ende 2025 will Audi mehr als 20 neue Fahrzeuge auf den Markt bringen, darunter zahlreiche Elektromodelle und leistungsstarke SUV. Ab 2026 sollen weitere Modelle mit neuer Designsprache folgen. Da hierfür hohe Investitionen notwendig sind, steht für die Weiterentwicklung älterer Motorentechnik nur begrenztes Budget zur Verfügung.

Denn wie Döllner indirekt andeutete, reichen die Verkaufszahlen des RS 3 Sportback und der Limousine schlicht nicht aus, um die notwendigen Anpassungen wirtschaftlich zu rechtfertigen. Obwohl der RS 3 vorerst noch von den strengeren Euro-7-Regeln ausgenommen bleibt, wird der Fünfzylinder also wohl spätestens 2027 endgültig auslaufen, wenn die nächste Stufe der Emissionsnormen greift.

Ungewisse Zukunft für den RS 3

Offen bleibt, ob der RS 3 in veränderter Form einen Nachfolger erhält. Audi hatte bislang ausgeschlossen, sportliche RS-Modelle mit Vierzylindern auszustatten, was die Zukunft des Modells unsicher macht. Parallel dazu ist bereits bestätigt, dass die neunte Generation des Golf nur noch als Elektroversion angeboten wird.

Für die verbleibende Bauzeit ist ein Abschiedsmodell des RS 3 geplant, das mit gesteigerter Leistung erscheinen soll. Testfahrzeuge dieser Variante wurden bereits gesichtet. Zudem wird spekuliert, dass Volkswagen den Fünfzylinder ein letztes Mal im Golf einsetzen könnte, ähnlich wie Cupra den Formentor VZ5 mit diesem Motor ausgerüstet hat.

So oder so markiert der Abgesang des Fünfzylinders das Ende einer Ära, die 1976 mit dem Audi 100 (C2) ihren Anfang nahm.

Quelle: motor1.com