Android 12 und seine speziell für Foldables und Tablets optimierte Variante Android 12L haben endgültig ausgedient. Google hat zum 31. März 2025 den offiziellen Support für beide Versionen eingestellt. Damit endet eine Ära für Millionen Nutzer weltweit, die nach wie vor Geräte mit dieser Betriebssystemgeneration verwenden.
Wer noch auf einem solchen Gerät unterwegs ist, bewegt sich ab sofort in einem sicherheitstechnischen Niemandsland. Zumindest, was Updates direkt von Google betrifft. Die Unterstützung lief damit rund dreieinhalb Jahre nach der Erstveröffentlichung aus. In dieser Zeit erhielten die Nutzer regelmäßig Sicherheitspatches, die kritische Schwachstellen im System beheben sollten.
Doch nun ist Schluss! Google liefert keine Patches mehr für das Kernbetriebssystem aus, etwaige Sicherheitslücken bleiben somit dauerhaft bestehen. Betroffen sind unter anderem ältere Geräte wie das Pixel 3a oder auch Modelle aus der Galaxy-S10-Serie. Wer eines dieser Smartphones nutzt, hat künftig keine Garantie mehr, dass Schwachstellen im System geschlossen werden.
Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für Malware, Datenschutzverletzungen oder andere Angriffsvektoren. Dies alles in einer Zeit, in der Cyberbedrohungen konstant zunehmen. Die Verantwortung für Updates liegt ab sofort bei den Herstellern. Doch viele dürften sich davor scheuen, für ein veraltetes Betriebssystem zusätzlichen Aufwand zu betreiben. Eine Ausnahme könnte Huawei sein. Denn dort basiert die aktuelle EMUI-Oberfläche nach wie vor auf Android 12.
Es bleibt also abzuwarten, ob das Unternehmen in Eigenregie Sicherheitsupdates nachliefert. Interessant sind indes auch die Zahlen. Laut Daten von Statcounter sind derzeit noch etwa 12,43 Prozent aller Android-Geräte mit Version 12 oder 12L unterwegs. Das klingt zunächst wenig, doch bei einer Basis von über drei Milliarden aktiven Android-Geräten bedeutet dies, dass über 360 Millionen Geräte ein Betriebssystem nutzen, das von Google als veraltet eingestuft wurde. Eine gewaltige Zahl, die die Tragweite des Support-Endes unterstreicht.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt aber bestehen. Denn bestimmte Systemkomponenten, die unter Project Mainline fallen, sowie Google-Dienste und -Apps werden weiterhin über die Play-Dienste aktualisiert. Dennoch decken diese Updates nur einen Bruchteil der sicherheitsrelevanten Bereiche ab. Der Kern des Betriebssystems bleibt von zukünftigen Schutzmaßnahmen ausgeschlossen.
Alternativ besteht die Möglichkeit, auf sogenannte Custom ROMs wie LineageOS oder GrapheneOS umzusteigen. Diese Community-getriebenen Systeme bieten oft längerfristige Updates und Sicherheitskorrekturen – allerdings setzen sie ein gewisses Maß an Know-how und Risikobereitschaft voraus.
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