Mit „Memoiren einer Schnecke“ meldet sich er australische Animationskünstler Adam Elliot zurück, der mit seinem ganz eigenen Stil längst einen festen Platz im Indie-Film-Olymp erobert hat. Nach dem melancholischen Kult-Hit „Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“ serviert er nun einen neuen Knetfilm für Erwachsene.
Stop-Motion-Animationsfilm, der sich nahtlos in sein bisheriges Schaffen einreiht: skurril, tragisch, tiefgründig – und vor allem: handgemacht. Jetzt ist der deutsche Teaser-Trailer erschienen, der bereits einen ersten Blick auf das emotionale Porträt der exzentrischen Schneckenliebhaberin Grace Pudel erlaubt.
Im Mittelpunkt steht die betagte Grace, die rückblickend ihr Leben erzählt. Und das war alles andere als einfach. Aufgewachsen mit einem alkoholabhängigen, im Rollstuhl sitzenden Vater, wird sie nach dessen Tod von ihrem Zwillingsbruder getrennt. Während Gilbert in einer religiös-fanatischen Familie leidet, zieht sich Grace immer weiter zurück – sowohl aus der Welt als auch in ihre Leidenschaft für Schnecken und Liebesromane.
Erst die schrille, lebensfrohe Pinky reißt sie langsam wieder ins Leben zurück. Was im Teaser sofort auffällt, ist die liebevoll-detaillierte Stop-Motion-Animation, bei der jedes Bild atmet. Hier wurde nichts digital geglättet oder überinszeniert. Stattdessen dominieren feine Knetdetails, handgefertigte Texturen und eine visuelle Tiefe, die in Zeiten computergenerierter Bilder erfrischend altmodisch wirkt.
„Memoiren einer Schnecke“ ist ein Mix aus schwarzem Humor, leisem Drama und schrägen Figuren, der nicht selten an den Rand der Tränendrüse geht, ohne je ins Kitschige abzudriften. „Memoiren einer Schnecke“ war in diesem Jahr sogar für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert und das spricht für sich. Dass es sich dabei nicht um leichte Kost handelt, zeigt der Trailer deutlich.
Die Themen reichen von familiärer Vernachlässigung über Trauer bis hin zur langsamen Heilung durch Freundschaft. Und doch liegt über allem ein feiner Hoffnungsschimmer, der Elliots Arbeiten so besonders macht. „Memoiren einer Schnecke“ startet am 24. Juli bundesweit im Verleih von capelight pictures in den deutschen Kinos.
Wer also auf animierte Geschichten steht, die auch mal wehtun dürfen – und dabei auf digitale Effekte gern verzichten –, dürfte mit „Memoiren einer Schnecke“ ein außergewöhnliches Kinoerlebnis erwarten.
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