Es kündigt sich der nächste Sci-Fi-Hammer an. Denn nach dem Serienerfolg von „Fallout“ steht bei Amazon Studios die nächste Videospiel-Verfilmung in den Startlöchern. Dieses Mal dreht sich alles um „Mass Effect“, jene epische Space-Opera, die seit Jahren auf der Liste der meisterzählten Videospielgeschichten ganz oben rangiert.

Wer die Trilogie um Commander Shepard durchlebt hat, weiß, dass dieses Universum wie gemacht ist für eine aufwendige Serienadaption mit all den interstellaren Konflikten, moralisch komplexen Entscheidungen und einem Haufen charismatischer Figuren. Schon länger kursierten Gerüchte über eine Umsetzung.

Showrunner für Serie gefunden

Jetzt nimmt das Ganze jedoch weiter konkrete Formen an. Denn wie „Deadline“ nun beruchtete, übernimmt Doug Jung die Rolle des Showrunners. Keine schlechte Wahl, schließlich kennt sich der Mann im Sci-Fi-Metier bestens aus. Mit Arbeiten an „Star Trek: Beyond“ und „The Cloverfield Paradox“ hat er bewiesen, dass er galaktische Settings nicht nur versteht, sondern auch packend inszenieren kann.

Und mit „Banshee“ oder dem kommenden Apple-Projekt „Chief of War“ bringt er Serienerfahrung mit, die beim Aufbau eines komplexen Erzähluniversums von großem Vorteil sein dürfte. An seiner Seite agiert Daniel Casey, der mit dem Drehbuch zu „Fast & Furious 9“ schon Blockbuster-Feeling liefern konnte.

Der Plot ist noch geheim

Der Mann weiß, wie man Action in Szene setzt. Ein nicht ganz unwichtiger Punkt, wenn es um die Adaption eines Spiels geht, das wie kaum ein anderes kinoreife Feuergefechte mit Dialogtiefe und Entscheidungen verknüpft. Dazu gesellen sich Größen wie Karim Zreik, Ari Arad und Michael Gamble, die jeweils aus dem Marvel- und Gaming-Umfeld kommen und ihre Expertise in das Projekt einfließen lassen.

Über den genauen Plot schweigt man sich noch aus. Es wäre jedoch naheliegend, dass die Serie die Geschehnisse der ursprünglichen Trilogie aufgreift. Schließlich bietet die Geschichte rund um Commander Shepard nicht nur eine klassische Heldenreise, sondern auch ein reichhaltiges Figure-Sammelsurium, das man über mehrere Staffeln hinweg entfalten könnte.

Mass Effect - mehr als eine Heldenreise

Laut Einschätzungen aus Insiderkreisen dürfte genau dieser Erzählstrang das Rückgrat der geplanten Serie bilden. Damit würde man sich auf vertrautes Terrain begeben und gleichzeitig genug Raum lassen, um das Universum auszubauen. Was „Mass Effect“ so besonders macht, ist nicht bloß die Story, sondern vor allem das Universum selbst. Im 22. Jahrhundert entdeckt die Menschheit mithilfe außerirdischer Technologie die Möglichkeit, per „Masse-Effekt“ durch die Galaxie zu reisen.

Dabei trifft sie auf ein politisch und kulturell dichtes Netz aus außerirdischen Zivilisationen – darunter die technisch hochentwickelten Asari, die kriegerischen Kroganer oder die geheimnisvollen Quarianer. Der Fund eines antiken Artefakts setzt schließlich eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Schicksal der gesamten Milchstraße bedroht.

Im Mittelpunkt steht Commander Shepard, dessen Entscheidungen den Verlauf der Geschichte maßgeblich beeinflussen. Freundschaften, Feindschaften, Opfer und Loyalität – das Spiel zwingt dazu, Stellung zu beziehen. Und genau hier liegt auch die große Herausforderung für die Serienadaption.

Adaption kein leichtes Unterfangen

Wie lässt sich ein erzählerisch so offenes Konzept in ein lineares Format bringen, ohne den Kern zu verlieren? Jung und sein Team stehen vor der Aufgabe, die Essenz der Spiele einzufangen – die emotionale Tiefe, die existenziellen Fragen, den schmalen Grat zwischen Diplomatie und Krieg.

Die Wurzeln von „Mass Effect“ reichen übrigens weiter zurück als viele denken. Bereits 2010 hatte Legendary Pictures die Filmrechte erworben, doch das Projekt verlief im Sande. Nun scheint die Zeit reif. Denn mit „Fallout“ hat Amazon bewiesen, dass man Gaming-Stoffe mit der nötigen Ernsthaftigkeit und einem Blick für Details inszenieren kann.

Quelle: filmstarts.de