Es scheint, als müsse Sony weiterhin nach dem richtigen Rezept für seine Marvel-Antagonisten suchen. „Venom“ mag als Trilogie mit Tom Hardy zumindest moderate Erfolge gefeiert haben, doch darüber hinaus bleibt das Franchise ein schwieriges Pflaster. Filme wie „Morbius“ und „Madame Web“ schafften es weder, Fans zu begeistern noch die Kassen zu füllen.
Der Vampir-Thriller landete bei 167,5 Millionen US-Dollar weltweit, während „Madame Web“ nur 100,5 Millionen US-Dollar erreichte – ein klares Zeichen dafür, dass die große Marvel-Magie hier schlicht ausblieb. Nun also der nächste Versuch mit „Kraven the Hunter“, jenem neuen Marvel-Film, der durch sein R-Rating und blutige Action zumindest auffallen wollte.
Doch das Startwochenende in den USA spricht Bände: Gerade einmal 11 Millionen US-Dollar konnte der Film aus über 3.200 Kinos einsammeln. Damit setzt er einen neuen Negativrekord innerhalb der Sony-Marvel-Welt und reiht sich in die große Flop-Liste ein. Der Misserfolg wiegt umso schwerer, wenn man die Zahlen näher betrachtet. „Kraven the Hunter“ verschlang rund 110 Millionen US-Dollar in der Produktion – mehr als „Morbius“ und „Madame Web“ zusammen.
Trotzdem blieb der Film weit hinter ihren Startwochenenden zurück. „Morbius“ schaffte es noch auf 39 Millionen US-Dollar, „Madame Web“ immerhin auf 15,3 Millionen US-Dollar. An der Spitze der Charts thronte derweil unbeeindruckt „Vaiana 2“, der sich auch im dritten Wochenende 26,6 Millionen US-Dollar sichern konnte. Platz zwei ging an „Wicked“ mit 22,5 Millionen US-Dollar.
Auch auf internationaler Ebene lief es nicht besser. In Deutschland blieben die Kinokassen kalt. Keine 50.000 Zuschauer wollten am Eröffnungswochenende erleben, wie Aaron Taylor-Johnson in die Rolle des legendären Jägers schlüpft. Zum Vergleich: Der Familienfilm „Niko – Reise zu den Polarlichtern“ zog an seinem sechsten Wochenende sogar noch 60.000 Besucher in die Kinosäle.
Inhaltlich erzählt „Kraven the Hunter“ die Vorgeschichte eines der berüchtigten Marvel-Schurken. Aaron Taylor-Johnson verkörpert Kraven, der aufgrund der harten Erziehung durch seinen Vater (Russell Crowe) auf einen brutalen Rachefeldzug geht. Doch trotz der düsteren Handlung und dem Einsatz von reichlich Kunstblut schaffte es der Streifen nicht, das Publikum zu packen.
Der schwache Start dürfte dazu führen, dass „Kraven the Hunter“ kaum über die 100-Millionen-US-Dollar-Marke kommen wird. Und somit wird es höchstwahrscheinlich ein ernüchterndes Ergebnis für ein Projekt dieser Größe werden. Das bedeutet auch, dass es ein erneutes Soloabenteuer von Kraven wohl nicht geben wird.
:quality(90))