Mit großem Tamtam angekündigt, sollte die Neuverfilmung von Disneys „Schneewittchen“ 2025 eine Perle im Kalender des legendären Studios werden. Stattdessen schreibt der Film derzeit Schlagzeilen aus einem ganz anderen Grund. Nämlich als einer der größten Kassenflops in der Geschichte im Hause Disney. Noch bevor die ersten Besucher Popcorn kauften, war klar, dass dieses Märchen einen steinigen Weg vor sich haben würde.
Die Kontroverse begann früh – noch lange vor der Premiere. Im Zentrum standen weniger filmische Qualitäten, sondern politische Nebengeräusche. Rachel Zegler, die Schneewittchen spielt, sorgte mit Aussagen über das „veraltete“ Märchen für Unmut. Besonders stieß auf, dass sie den Prinzen als eine Art Stalker darstellte – eine Aussage, die ihr nicht nur Sympathien kostete, sondern eine Welle der Kritik auslöste.
Auch die Besetzung der „Zwerge“ und das Konzept der Neuinterpretation sorgten für hitzige Diskussionen. Dazu kamen politische Haltungen im Umfeld des Casts, die von Teilen der Fans als spaltend empfunden wurden. Doch ob nun Shitstorm oder nicht – entscheidend bleibt am Ende der Blick aufs Konto. Und dort sieht es derzeit wirklich düster aus.
Wie das Branchenmagazin „Deadline“ nun berichtet, hat „Schneewittchen“ einen geschätzten Verlust von rund 115 Millionen US-Dollar eingefahren. Dies trotz aller Nebeneinnahmen durch Streaming, TV und Merchandise. Das weltweite Einspielergebnis dümpelt derzeit bei nur rund 143 Millionen US-Dollar. Der von Disney selbst angestrebte Wert von 225 Millionen US-Dollar scheint zunehmend unerreichbar.
Auch auf einschlägigen Bewertungsplattformen zeigt sich ein ähnliches Bild. Auf IMDb dümpelt das Märchen-Remake bei mageren 1,5 von 10 Sternen. Zwar ist der User-Score bei „Rotten Tomatoes“ mit 74 Prozent etwas freundlicher, doch das Urteil der Kritiker fällt mit 40 Prozent alles andere als schmeichelhaft aus. Dass Bewertungen dort nicht zwingend an tatsächliches Anschauen gebunden sind, macht die Zahlen nicht unbedingt relevanter – aber die Tendenz bleibt eindeutig.
So oder so dürfte „Schneewittchen“ ein echter Dämpfer für Disney sein, das 2024 eigentlich auf Erfolgskurs war. „Alles steht Kopf 2“, „Vaiana 2“ und „Deadpool & Wolverine“ spülten über vier Milliarden US-Dollar in die Kassen und sorgten für einen der erfolgreichsten Jahre der Studiogeschichte. Auch „Mufasa“, „Alien: Romulus“ und „Planet der Affen – New Kingdom“ reihten sich in die Liste der Hits ein. Doch 2025 zeigt sich bisher weniger gnädig.
Selbst „Captain America: Brave New World“, bei dem die Erwartungen schon niedrig angesetzt waren, wirkte im Vergleich zu „Schneewittchen“ fast wie ein voller Erfolg. Besonders bitter ist hier auch, dass in den USA das Einspielergebnis des Films am zweiten Wochenende um ganze 66 Prozent absackte. Der Konkurrenzfilm „A Working Man“ mit Jason Statham konnte sich hier gegen das einstige Disney-Vorzeigemärchen behaupten.
In Deutschland schaffte es „Schneewittchen“ zwar erneut an die Spitze der Kinocharts – doch das sollte nicht über das schwache Gesamtbild hinwegtäuschen. Denn die Einspielergebnisse bleiben weit hinter den Produktionskosten zurück. Und die waren astronomisch. Ein abgebranntes Set in Großbritannien, Produktionsstillstand durch den Autorenstreik und umfassende Marketingkampagnen ließen das Budget offenbar auf satte 410 Millionen US-Dollar anschwellen – inklusive Produktionskosten, Werbung und Tantiemen.
Selbst wenn alle Einnahmequellen ausgeschöpft werden, bleibt laut Experten ein sattes Minus von 121 Millionen Dollar. Damit würde sich „Schneewittchen“ dann zu einer Reihe unrühmlicher Flops wie „Geistervilla“, „Wish“ oder „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ gesellen.
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