Hollywood-Legende Kevin Costner ist zurück und präsentiert mit „Horizon“ sein neuestes Filmprojekt, das nun auch auf Blu-ray und DVD für das Heimkino erhältlich ist. Hierbei nimmt er seit zwanzig Jahren wieder auf dem Regiestuhl Platz und liefert uns den ersten Teil einer vierteiligen Western-Saga, die das Potenzial hat, das Western-Genre neu zu definieren.
Costner selbst ist natürlich kein Unbekannter im Western-Genre. Mit Filmen wie „Der mit dem Wolf tanzt“ hat er Filmgeschichte geschrieben und sich einen Oscar gesichert. Auch Streifen wie „Wyatt Earp – Das Leben einer Legende“ und „Open Range – Weites Land“ unterstreichen seine Leidenschaft für den Wilden Westen. Zuletzt verkörperte er in der Neo-Western-Erfolgsserie „Yellowstone“ zudem den patriarchalischen Rancher John Dutton.
„Horizon“ ist für Costner hingegen mehr als nur ein Film – es ist ein Herzensprojekt, dessen Idee bis ins Jahr 1988 zurückreicht. Über die Jahre hat er die Hintergrundgeschichte sorgfältig entwickelt. Die Geschichte erstreckt sich über 15 Jahre und beleuchtet die Besiedlung Nordamerikas durch europäische Einwanderer aus verschiedenen Perspektiven, einschließlich der indigenen Bevölkerung.
„Horizon“ beginnt im Jahr 1861 in New Mexico, einer Zeit des Umbruchs, geprägt vom Amerikanischen Bürgerkrieg und der westlichen Expansion. Mittendrin der Konflikt zwischen weißen Siedlern und den Apachen. Während die Siedler neues Land beanspruchen, verteidigen die Apachen ihr angestammtes Territorium mit aller Kraft. Neben Costner, der eine der Hauptrollen übernimmt, glänzt „Horizon“ auch mit einer bockstarken Besetzung.
Schauspielgrößen wie Sienna Miller, Sam Worthington, Jena Malone, Giovanni Ribisi, Danny Huston, Luke Wilson und Abbey Lee geben dem Ganzen den perfekten Rahmen. Indes besticht besonders die Produktion durch exzellente Kameraarbeit, die bewusst auf CGI-Effekte verzichtet. Die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen entführen so direkt in die rauen Weiten des Wilden Westens.
Auch die musikalische Untermalung von John Debney passt perfekt zur Atmosphäre und unterstreicht die epische Dimension der Erzählung. Die Charakterentwicklung ist zudem ein weiterer Pluspunkt von „Horizon“. Jede Figur hat hierbei seine eigene Geschichte und Motivation. Die komplexen Beziehungen und individuellen Schicksale sorgen obendrein dafür, dass man emotional mitfiebert.
Mit einer Laufzeit von etwa drei Stunden könnte man vermuten, dass der Film Längen aufweist, doch das Gegenteil ist der Fall. Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut, die verschiedenen Handlungsstränge sind geschickt miteinander verwoben und führen zu einem stimmigen Gesamtbild. „Horizon“ nimmt sich die Zeit, die Welt und die Charaktere ausführlich zu etablieren, ohne dabei an Tempo zu verlieren.
In einer Zeit, in der viele Blockbuster oft austauschbar und formelhaft wirken, setzt Costner mit „Horizon“ ein starkes Zeichen. Er geht ein beträchtliches Risiko ein, einen mehrteiligen Kino-Western zu realisieren, aber genau diese Leidenschaft und Hingabe machen den Film so besonders. Es ist erfrischend, einen Film zu sehen, der sich traut, gegen den Strom zu schwimmen und dabei auf klassische Elemente wie echte Schauplätze, authentische Kostüme und eine tiefgründige Story zu setzen.
Für Fans des Western-Genres ist „Horizon“ daher ein absolutes Muss. Aber auch diejenigen, die einfach nur gutes Kino schätzen, kommen hier auf ihre Kosten. Und so beweist Kevin Costner einmal mehr, dass er ein Meister seines Fachs ist. Mit „Horizon“ liefert er einen fulminanten Auftakt zu einer Saga, die das Potenzial hat, ein moderner Klassiker zu werden.
„Horizon“ (Tobis Film / LEONINE) VÖ: 29. Nov. 24
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