Wenn große Studios nach frischem Stoff suchen, geraten zunehmend Videospiele auf den Radar. Und nun steht mit „Helldivers“ ein weiterer Fan-Liebling vor dem Sprung auf die große Leinwand. Wie nun bekannt wurde, wird hinter der Game-Verfilmung kein Geringerer stehen als Action-Spezialist Justin Lin.

Ja richtig, der „Fast and Furious“-Regisseur der auch mit Filmen wie „Star Trek: Beyond“ bewiesen hat, das er Hochgeschwindigkeitskino kann. Laut Brancheninsidern arbeitet Justin Lin dafür mit Autor Gary Dauberman zusammen, der hinter Horror-Hit-Drehbüchern wie „Es“ und „Annabelle“ steckt. Eine ungewöhnliche Kombination, die dem Stoff eine interessante Note verleiht.

Das Problem mit der Über-Erde

Spannend ist zudem Lins persönliche Haltung zum Gaming. Er erklärte offen, kein Spieler zu sein. Eine Perspektive, die er bewusst nutzen wolle, um „unvoreingenommen an das Material heranzutreten“. Das Ziel ist, die Figuren emotional greifbarer zu machen und gesellschaftliche Spannungen subtil in die Story einzuweben. Die Vorlage liefert ein Game-Universum, das sich längst als feste Größe im Action- und Sci-Fi-Bereich etabliert hat.

„Helldivers“ siedelt seine Ereignisse in einer Zukunft an, in der die Menschheit unter einer zentralisierten Ordnung namens „Über-Erde“ geführt wird. Das System präsentiert sich als gelenkte Demokratie, doch seine Stabilität hängt von militärischer Schlagkraft ab. Die namensgebenden Helldivers, also Eliteeinheiten, die auf gefährliche Missionen entsendet werden, erweitern den Einflussbereich der Über-Erde, sichern Ressourcen und liefern sich erbitterte Auseinandersetzungen mit diversen Alien-Fraktionen.

Groß angelegte Schlachten, bissiger Humor & Satire

Der Mix aus groß angelegten Schlachten, bissigem Humor und deutlicher Satire ließ schnell Vergleiche zu Paul Verhoevens Kultklassiker „Starship Troopers“ aufkommen. Die Entwickler hatten diese Parallele bewusst gesetzt, um Militarismus überspitzt darzustellen und gleichzeitig rasantes Koop-Gameplay zu ermöglichen. Die Games selbst blicken auf eine beeindruckende Entwicklung zurück. Der erste Teil erschien 2015 und wurde für seine kooperative Ausrichtung und den rebellischen Ton gelobt.

Den kommerziellen Durchbruch markierte jedoch der zweite Teil, der 2024 die Spielerzahlen explodieren ließ. Innerhalb von vier Monaten wanderten weltweit über zwölf Millionen Einheiten von „Helldivers 2“ über die Ladentische. Ein Erfolg, der die Marke endgültig im Mainstream verankerte. Damit rückte auch eine Verfilmung in greifbare Nähe, insbesondere nachdem Videospiel-Adaptionen wie „Super Mario“, „Minecraft“ oder die Serienversion von „The Last of Us“ oder „Fallout“ bewiesen hatten, dass Games im Kino oder in Serienform längst nicht mehr als Risiko gelten.

Reichlich Potenzial für bildgewaltige Action

Sony Pictures und PlayStation Productions setzen nun auf die Kombination aus Lins Action-Erfahrung und Daubermans Gespür für Spannung. Interessant ist auch Daubermans jüngster Ausflug ins Gaming-Genre. Er schrieb bereits das Drehbuch zur Kinofassung von „Until Dawn“. Mit "Helldivers" erhält Lin nun ein Universum, das dank seines militärisch geprägten Zukunftsszenarios, der satirischen Überzeichnung und der dynamischen Einsätze reichlich filmisches Potenzial bietet.

Der schwarze Humor, der die Spiele begleitet, könnte auf der Leinwand besonders gut funktionieren. Gerade weil die Helden zwischen Pflichtbewusstsein, Propaganda und übertriebenem Pathos agieren. Das 22. Jahrhundert der „Über-Erde“ liefert dafür die passende Bühne. Die gigantischen, käferähnlichen Gegner, die fremden Welten und die martialische Inszenierung eröffnen Spielraum für bildgewaltige Action. Mit dieser Vorlage lässt sich also ein Universum entfesseln, das sowohl explosive Bilder als auch vielschichtige Erzählungen ermöglichen kann.

Quelle: kinocheck.de