Man feiert das Horrorkino vor allem dann, wenn bekannte Muster gebrochen werden. Monster, Dämonen, Geisterhäuser – alles schon gesehen. Doch nun sorgt ein Film für reichlich Gesprächsstoff, der die Perspektive einmal radikal verschiebt. Die Rede ist von „Good Boy“, der die komplette Geschichte aus der Sicht eines Hundes erzählt. Einen ersten Vorgeschmack darauf gibt es mit dem Trailer zu diesem wahrlich anderen Horrorfilm.
Was im ersten Moment kurios klingt, entpuppt sich als eine der ungewöhnlichsten Horror-Ideen der letzten Jahre. Der Vierbeiner im Mittelpunkt hört auf den Namen Indy. Das übrigens nicht nur im Film. Denn der tierische Hauptdarsteller gehört tatsächlich Regisseur Ben Leonberg und Produzentin Kari Fischer. Eine kleine Hommage steckt ebenfalls drin. Der Spitzname erinnert an Indiana Jones, dessen Name ursprünglich von George Lucas’ Hund inspiriert war.
Aber zurück zu „Good Boy“. Alles beginnt recht klassisch mit einem jungenMann namens Todd (Shane Jensen). Er zieht mit seinem treuen Begleiter aus der Stadt aufs Land, in ein altes Familienhaus. Doch schnell zeigt sich, dass hier nichts normal ist. Übernatürliche Mächte lauern zwischen den Wänden, dunkle Gestalten suchen Todds Nähe und nur Indy spürt die Gefahr.
Während andere Filme Hunde meist als Nebenfiguren oder Symbole nutzen, geht „Good Boy“ radikal weiter. Die gesamte Geschichte wird eben konsequent durch die Augen des Retrievers erzählt. Damit rückt das Tier nicht nur ins Zentrum des Horrors, sondern man baut mit ihm auch eine enge, emotionalen Bindung auf. Regisseur Ben Leonberg erklärte dazu: Es sei „eine Liebesgeschichte“, nämlich die von Indy zu seinem Menschen.
Damit die Zuneigung zwischen Hund und Herrchen authentisch wirkt, standen Leonberg und Fischer selbst in entscheidenden Szenen mit Indy vor der Kamera. So konnte die Bindung glaubwürdig eingefangen werden. Eine Herangehensweise, die das Projekt noch einzigartiger macht. Inspiriert wurde Leonberg übrigens von einer Szene in Genre-Klassiker „Poltergeist“, in der ein Golden Retriever als Erster das Böse im Haus wittert.
Aus dieser Idee entwickelte er den Ansatz, einen kompletten Horrorfilm aus der Hundeperspektive zu gestalten. Seine Premiere feierte „Good Boy“ im März 2025 beim SXSW Film & TV Festival. Dort sorgte er direkt für reichlich positive Resonanz. Von den bisher 20 Kritiken auf Rotten Tomatoes kommt „Good Boy“ auf eine beeindruckende 95 Prozent positive Wertungen. Ein bemerkenswertes Ergebnis für einen Indie-Horror, der bewusst unkonventionell daherkommt.
„Good Boy“ startet in den USA am 3. Oktober 2025 in den Kinos. Ein deutscher Starttermin steht leider noch aus.
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