Mit der Verleihung der Goldenen Himbeere, kurz auch einfach nur als Razzie bezeichnet, hat sich unlängst eine Art Gegenveranstaltung zu den Oscars etabliert. Freilich findet diese nicht in einem vergleichbar pompösen Rahmen statt, dennoch ist der Schmähpreis in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit inzwischen angekommen und entsprechend immer wieder Thema in den Medien – und so natürlich auch bei uns.
Zunächst einmal sei gesagt, dass die Preisträger der Razzies traditionell am Tag vor der Oscarverleihung verkündet werden. Dies jedoch meist lediglich über eine Pressemitteilung und via YouTube ohne eine große Zeremonie oder die Anwesenheit vieler Stars, da sich dieser wohl kaum genug finden würden, um den Preis auch tatsächlich entgegenzunehmen. Nur wenige Hollywood-Größen haben bislang so viel Humor bewiesen.
Zu den großen Abräumern zählte im Jahr 2024 vor allem Winnie the Pooh: Blood and Honey. Ganze fünf Auszeichnungen gingen an den Horrorfilm, der vor dem Hintergrund der im Jahr 2022 abgelaufenen Urheberrechte von A. A. Milnes „Winnie Puuh“-Geschichten überhaupt erst produziert werden konnte.
Dieser Umstand bescherte dem Streifen einen nicht zu verachtenden kommerzielle Erfolg, der sogar eine Fortsetzung rechtfertigte, dennoch konnte der Film die Jury der Razzies nicht überzeugen.
Und so wurde Winnie the Pooh: Blood and Honey als Sieger in den Kategorien Schlechtester Film, Schlechteste Neuverfilmung oder billigster Abklatsch, Schlechteste Regie, Schlechtestes Drehbuch und Schlechtestes Filmpaar (für Puuh und Ferkel) gleich fünf Mal abgewatscht.
Weiterhin wurden natürlich auch individuelle schauspielerische Leistungen gewürdigt – oder genauer: mangelnde schauspielerische Leistungen. So erhielt Jon Voight die Goldene Himbeere für seine Hauptrolle in Mercy, während Sylvester Stallone für seine Nebenrolle in The Expendables 4 ausgezeichnet wurde. Megan Fox erhielt indes den Psowohl als schlechteste Haupt- als auch Nebendarstellerin für ihre Rollen in Johnny & Clyde und The Expendables 4 – das muss man auch erst mal schaffen.
Nun muss man mit Blick auf Sylvester Stallone zwar konstatieren, dass der Schmähpreis vielleicht nicht gerechtfertigt sein mag, allerdings scheint er sich als Preisträger inzwischen als eine Art Running Gag etabliert zu haben. Immerhin ist Stallone mittlerweile mit insgesamt zwölf Razzies der am häufigsten ausgezeichnete Schauspieler überhaupt.
Die Jury scheint förmlich Spaß daran zu haben, Stallone wieder und wieder zu „ehren“ und hat ihm bereits den Preis für den schlechtesten Schauspieler des Jahrhunderts verliehen.
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