Es dürfte sicherlich eines der am meist erwarteten Kinostarts im Jahr 2024 sein. Die Rede ist von Ridley Scotts Fortsetzung von „Gladiator“. Während sich Fans weltweit auf den Film freuen, offenbart Hauptdarsteller Paul Mescal eine überraschende Sicht auf seinen aufkommenden Ruhm in Bezug auf seine Rolle in „Gladiator 2“.

Paul Mescal tritt in „Gladiator 2“ in die schier gigantischen Fußstapfen von Russell Crowe und verkörpert Lucius, eine bereits aus dem ersten Teil bekannte Figur. Crowe wurde damals durch „Gladiator“ weltberühmt, eine Entwicklung, die Mescal jedoch mit gemischten Gefühlen betrachtet. In einem Interview mit „The Times“ äußerte Mescal seine Bedenken über die mögliche Zunahme seiner Bekanntheit:

„Ich weiß nicht, was der Unterschied sein wird. Vielleicht ist das naiv? Ist es nur, dass dich mehr Leute auf der Straße anhalten werden? Ich wäre zutiefst deprimiert, wenn das so wäre und hoffe, dass es nicht wahr ist. Ich werde nächstes Jahr eine Antwort haben, aber wenn mein Leben auf diese Weise beeinflusst, wäre ich in einer schlechten Lage. Dann müsste ich weiterziehen und ein stumpfes Stück machen, das niemand sehen will.“

Scharfe Kritik in Richtung Hollywood

Mescal hinterfragt nicht nur seine eigene wachsende Berühmtheit, sondern auch die gegenwärtigen Trends im Hollywood-Business. Besonders kritisch sieht er die Berücksichtigung von Instagram-Followerzahlen beim Casting. „Warum tun wir das? Das macht mir große Angst. Die Schauspielerei sollte nie auf die Anzahl der Instagram-Follower reduziert werden.“, betont Mescal. Diese Haltung unterstreicht seine Wertschätzung für das Handwerk der Schauspielerei und die Kunst des Filmemachens.

Mescal kommentiert auch die Verwendung des Begriffs „Content“ in Bezug auf Filme und Fernsehsendungen als abwertend und plädiert für eine Rückkehr zur künstlerischen Integrität und Sorgfalt im Filmgeschäft:

„Mangel an Sorgfalt und künstlerischer Integrität“

„In den letzten Jahren hat man über Filme und Fernsehsendungen als Content gesprochen. Das ist ein schmutziges Wort. Es ist kein ‚Content‘, es ist verdammte Arbeit. Ich will nicht snobistisch sein, aber es gibt zwei parallel laufende Industrien. Eine, die mit einem Mangel an Sorgfalt und künstlerischer Integrität arbeitet. Die andere ist das, was schon immer da war: das Handwerk des Filmemachens, der Regie, der Beleuchtung und des Produktionsdesigns. Das hält die Künstler am Leben. Und das Publikum will herausgefordert werden.“

Quelle: kino.de