Der Name „Gesichter des Todes“ reicht bis heute aus, um bei Horror-Fans ein ungutes Ziehen im Magen auszulösen. Der Film aus dem Jahr 1978 hat sich seinen Ruf als Grenzgänger hart erarbeitet. Bilder, die wie rohe Realität wirkten, ein pseudo-dokumentarischer Stil und die ständige Unsicherheit, ob hier gerade echte Tode zu sehen waren oder geschickte Inszenierungen.

Genau dieses Spiel mit Authentizität machte den Genre-Hit berüchtigt, sorgte für Indizierungen und Verbote in zahlreichen Ländern und ließ ihn gleichzeitig zum festen Bestandteil der Horror-Geschichte werden. Fast fünf Jahrzehnte später steht der Kult-Schocker erneut im Rampenlicht. Denn das Reboot von „Gesichter des Todes“ hat lange im Schatten existiert.

Pflichtkatalog für kompromisslosen Horror

Doch nun nimmt das Projekt endlich Form an. Die Neuverfilmung ist bereits seit 2024 abgeschlossen und erhielt von der amerikanischen MPA eine strenge R-Freigabe. Die Gründe dafür lesen sich wie ein Pflichtkatalog für kompromisslosen Horror: explizite Gewalt, drastischer Gore, sexuelle Inhalte, Nacktheit, harte Sprache und Drogenkonsum. Lange blieb dennoch unklar, wann und wie der Film veröffentlicht wird.

Inzwischen verdichten sich die Hinweise auf einen festen Starttermin. Für den US-Markt ist der Kinostart am 10. April 2026 angesetzt. Parallel dazu wurde ein erster Teaser veröffentlicht, der einen düsteren Eindruck vom Tonfall des Reboots vermittelt. Die Bilder setzen weniger auf Schock durch Archivmaterial, sondern auf eine moderne, klinische Kälte, die deutlich macht, dass hier kein nostalgischer Aufguss geplant ist.

Darum geht es im Reboot

Regisseur Daniel Goldhaber, bekannt durch „How to Blow Up a Pipeline“, verlagert das Konzept konsequent ins digitale Zeitalter. Anders als das Original verzichtet die Neuauflage vollständig auf den klassischen Dokumentarstil. Stattdessen wird eine fiktionale Geschichte erzählt, die aktuelle Ängste rund um digitale Gewalt, Abstumpfung und Voyeurismus aufgreift.

Im Zentrum steht eine Moderatorin einer Video-Plattform, die an YouTube erinnert. Ihr Job besteht darin, verstörende Inhalte zu sichten und zu löschen. Während sie selbst versucht, ein schweres Trauma zu verarbeiten, stößt sie auf Clips, die extreme Gewalttaten zeigen. Eine unbekannte Gruppe scheint die Morde aus dem Originalfilm detailgetreu nachzustellen.

Doch in einer Welt voller Deepfakes, KI-Manipulation und gezielter Desinformation bleibt eine zentrale Frage ständig offen: Sind diese Aufnahmen real oder perfekt gefälscht? Auch vor der Kamera ist das Reboot auffällig besetzt. Mit dabei sind Dacre Montgomery aus „Stranger Things“, Barbie Ferreira, Jermaine Fowler sowie Musikerin Charli XCX, die sich zunehmend auch als Schauspielerin etabliert. Gedreht wurde bereits im April 2023 mit einem Budget von rund sieben Millionen US-Dollar, vergleichsweise klein für einen Kinofilm, aber passend zum kompromisslosen Ansatz.