Das Monsterkino bekommt frischen Atem und zwar von einem Regisseur, der für seine Leidenschaft für das Unheimliche längst Kultstatus erreicht hat. Guillermo del Toro hat sich an eine Figur gewagt, die wie kaum eine andere tief in der Film- und Literaturgeschichte verankert ist: „Frankenstein“. Mit dem jetzt veröffentlichten offiziellen Trailer zeigt Netflix einen ersten Blick auf ein Projekt, das der Oscar-Preisträger schon seit vielen Jahren im Kopf mit sich herumträgt.

Wer einen klassischen Gruselschocker mit lauten Effekten oder wuchtigem Donnerhall erwartet, wird überrascht. Del Toro verfolgt eine ganz andere Richtung: Seine „Frankenstein“-Version setzt nicht auf Blut und Schockmomente, sondern auf eine intensive, nach innen gerichtete Stimmung. Es geht weniger um den blanken Schrecken, sondern um die leisen Zwischentöne. Die Grundlage bleibt Mary Shelleys Roman, jener Klassiker über den Wissenschaftler, der sich über die Grenzen der Natur hinwegsetzt.

Eine der größten ikonischen Rollen der Filmgeschichte

„Frankenstein“ erzählt von Victor Frankenstein, einem brillanten, aber selbstverliebten Forscher, der eine Kreatur erschafft und damit nicht nur ihr, sondern auch sich selbst das Schicksal besiegelt. Del Toro stellt dabei vor allem die inneren Konflikte ins Rampenlicht. Für die Rolle der Kreatur hat er den australischen Schauspieler Jacob Elordi gewinnen können, der hier in eine der größten ikonischen Rollen der Filmgeschichte schlüpft.

Um diesen vielschichtigen Charakter glaubwürdig darzustellen, ging Elordi weit über gewöhnliche Proben hinaus. Er schaute sich nicht nur zahlreiche Klassiker des Horrorkinos an, sondern ließ sich auf ungewöhnliche Methoden ein. Er studierte die japanische Avantgarde-Tanzform „Butoh“, vertiefte sich in die Verhaltensmuster von Neugeborenen und fand sogar Inspiration bei seinem eigenen Hund Layla.

„Frankenstein“ mit beeindruckendem Cast

Im Nachhinein veränderte diese Erfahrung auch seinen Blick auf das gesamte Genre: „Diese Monster sind für so viele Menschen Freunde und haben vielen einsamen Kindern Trost gespendet“, erklärte Elordi. „Mir war anfangs gar nicht klar, dass Monsterfilme neben der Tatsache, dass sie Horrorfilme sind, diese andere Dimension haben.“

An Elordis Seite steht ein beeindruckender Cast. Victor Frankenstein selbst wird von Oscar Isaac verkörpert, der die Ambivalenz zwischen wissenschaftlichem Ehrgeiz und moralischem Scheitern greifbar machen soll. Ebenfalls mit dabei: Mia Goth, Felix Kammerer, Christoph Waltz, Charles Dance, David Bradley und Lars Mikkelsen – eine Besetzung, die allein schon für hohe Aufmerksamkeit sorgt.

Ab dem 23. Oktober läuft „Frankenstein“ zunächst in ausgewählten Kinos in Deutschland und der Schweiz. Wer auf der großen Leinwand nicht dabei sein kann, bekommt wenig später die Möglichkeit zum Streaming. Am 7. November startet der Film exklusiv auf Netflix.