Nach „Hereditary“, „Midsommar“ und dem sperrigen „Beau is Afraid“ meldet sich Ari Aster mit einem neuen Film zurück, der bereits im Vorfeld für Aufsehen sorgt: „Eddington“. Und wie zu erwarten war, bleibt Aster sich treu – in Sachen Genre, Atmosphäre und erzählerischer Radikalität. Der neueste Streich des Regie-Exzentrikers ist eine explosive Mischung aus Pandemie-Drama, pechschwarzer Komödie und Western-Terrortrip.
Kein Wunder, dass „Eddington“ vollgepackt mit Hollywood-Stars im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes seine Weltpremiere feierte. Und spätestens mit dem jetzt veröffentlichten Trailer ist klar: Dieses Werk will anecken, verwirren und beeindrucken. „Eddington“ erzählt von einer fiktiven Kleinstadt in New Mexico, die im Frühjahr 2020 – wie der Rest der Welt – von der Corona-Pandemie aus dem Takt gebracht wird.
Doch Ari Aster interessiert sich kaum für medizinische Details. Ihn reizen die Brüche im sozialen Gefüge, das Kippen des gesellschaftlichen Klimas und die latente Gewalt unter der Oberfläche. Und genau da setzt „Eddington“ an. Wenn der örtliche Sheriff Joe Cross (Joaquin Phoenix) sich mit dem wortgewandten, aber undurchsichtigen Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal) anlegt, ist das mehr als nur ein politischer Schlagabtausch.
Nein, es ist ein Abbild des brodelnden Amerika, irgendwo zwischen Paranoia, Populismus und postpandemischem Wahnsinn. Mitten in dieser aufgeheizten Atmosphäre geschieht ein Mord. Dieser ist der Auslöser für eine Eskalation, die nicht nur das fragile Gleichgewicht der Stadt kippen lässt, sondern auch die dunklen Seiten ihrer Bewohner freilegt. Asters vierte Zusammenarbeit mit dem gefeierten Indie-Studio A24 verspricht einmal mehr Kino, das nicht jedem gefallen will, aber kaum jemanden kaltlässt.
Und mit einem Cast vollgepackt mit Hollywood-Größen, dürfte „Eddington“ auch jenseits aller Genre-Fans für Gesprächsstoff sorgen. Neben Charakterdarsteller Joaquin Phoenix sind auch Pedro Pascal, Emma Stone und Austin Butler mit von der Partie. Stone zuletzt mit „Poor Things“, als auch Butler nach Filmen wie „Elvis“ und „Dune: Part Two“, mutieren mittlerweile zunehmend ebenfalls zu Charakterdarstellern.
Ari Aster bezeichnet „Eddington“ als eine „düstere Abrechnung mit der US-Gegenwart“, und genau das ist „Eddington“ auch: eine filmische Momentaufnahme eines Landes im Krisenmodus. Zugleich ist es ein Porträt einer Gesellschaft, die sich längst in Lager aufgeteilt hat – mit bitterem Humor, stilisierter Gewalt und einem Gespür für Stimmungen, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Ursprünglich für Juli 2025 angekündigt, wurde der Kinostart inzwischen auf den 20. November 2025 verschoben. Immerhin: Der frisch veröffentlichte Trailer macht die Wartezeit etwas erträglicher.
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