Johnny Depp feiert ein Comeback, das kaum filmreifer sein könnte. Er übernimmt nämlich die Rolle des geizigen Ebenezer Scrooge in einer Neuinterpretation von Charles Dickens’ Klassiker „A Christmas Carol“. Das Projekt trägt den Titel „Ebenezer - A Christmas Carol“ und wird bei Paramount Pictures entstehen.
Wer jetzt an eine klassische, kitschige Weihnachtsgeschichte denkt, sollte besser die Erwartungen korrigieren. Denn mit Ti West sitzt ein Regisseur auf dem Regiestuhl, der für kompromisslosen Horror bekannt ist. Ein Weihnachtsfilm mit Gruselfaktor? Genau danach sieht es aus. Dass Johnny Depp wieder in einer großen Hollywoodproduktion zu sehen ist, dürfte seine Fans erfreuen.
<blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">Johnny Depp To Star In 'Ebenezer: A Christmas Carol' At Paramount With Ti West Directing; Andrea Riseborough Also Joins Movie Dated For November 2026 <a href="https://t.co/wJa0JZxPZx">https://t.co/wJa0JZxPZx</a></p>— Deadline (@DEADLINE) <a href="https://twitter.com/DEADLINE/status/1981412070802542978?ref_src=twsrc%5Etfw">October 23, 2025</a></blockquote> <script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>Schließlich hatte sich der Schauspieler nach seinem viel diskutierten Gerichtsprozess mit Amber Heard 2022 zunächst aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Statt Blockbustern widmete er sich kleineren Projekten, darunter dem französischen Historienfilm „Jeanne du Barry – Die Favoritin des Königs“ (2023) und dem Drama „Modigliani“ (2024), bei dem er sogar selbst Regie führte.
Mit „Ebenezer - A Christmas Carol“ wagt Johnny Depp nun den Schritt zurück auf die große Studio-Bühne und das in einer Rolle, die perfekt zu seinem Faible für exzentrische Charaktere passt. Johnny Depp reiht sich mit seiner neuen Rolle in eine illustre Liste früherer Darsteller ein. Von Patrick Stewart über Guy Pearce bis hin zu Jim Carrey und sogar Dagobert Duck – kaum eine Figur wurde so oft interpretiert wie Ebenezer Scrooge.
Die Neuverfilmung soll laut Paramount am 13. November 2026 in den US-Kinos anlaufen und wird in eine düster-besinnliche Welt entführen, in der Weihnachten alles andere als glitzernd und fröhlich daherkommt. Währenddessen wurde auch Andrea Riseborough als weiterer Cast-Neuzugang bestätigt. Die britische Schauspielerin, zuletzt in „To Leslie“ und „Possessor“ zu sehen, dürfte eine spannende Ergänzung an Depps Seite sein.
Dass sich Ti West des Stoffes annimmt, sorgt in der Filmszene indes für reichlich Gesprächsstoff. Der 45-jährige Filmemacher hat sich mit seiner „X“-Trilogie („X“, „Pearl“, „MaXXXine“) und Genrestreifen wie „The House Of The Devil“ oder „The Sacrament“ einen Namen gemacht. Die Wahl, gerade diesen Regisseur mit einer Dickens-Adaption zu betrauen, wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, ergibt aber Sinn.
Denn die Geschichte des kaltherzigen Geschäftsmanns Scrooge, der durch den Besuch dreier Geister geläutert wird, ist schließlich nicht nur ein Märchen über Nächstenliebe, sondern auch ein Blick in die finsteren Winkel der menschlichen Seele. Paramounts Entscheidung, auf diese ungewöhnliche Mischung zu setzen, ist mutig, vor allem da auch andere Studios derzeit an neuen Adaptionen des Dickens-Stoffs arbeiten.
Warner Bros. hat beispielsweise Regisseur Robert Eggers („The Lighthouse“, „Nosferatu“) verpflichtet, um ebenfalls eine Neuinterpretation auf die Leinwand zu bringen – mit Willem Dafoe als Hauptdarsteller. Damit treten zwei der spannendsten Autorenfilmer unserer Zeit in einen indirekten Wettstreit um die düstere Seele des alten Scrooge. Charles Dickens veröffentlichte seine berühmte Erzählung bereits 1843, doch ihre Themen – soziale Ungerechtigkeit, Einsamkeit und die Hoffnung auf Veränderung – wirken heute aktueller denn je.
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