Nun kündigt sich bei einem weiteren Streaming-Giganten bezüglich des Account-Sharings bedeutende Änderungen an. Dieses Mal trifft es Nutzerinnen und Nutzer von Disney Plus, die davon direkt betroffen sein werden. Denn kein Geringerer als Bob Iger, CEO von Disney, hat in einem Interview mit „CNBC“ nun Details zu den bevorstehenden Maßnahmen gegen das Teilen von Account-Passwörtern über unterschiedliche Haushalte hinweg bekannt gegeben.
Das Ganze könnten für Abonnentinnen und Abonnenten von Disney Plus bereits ab Juni 2024 spürbare Auswirkungen haben. Das Teilen von Passwörtern und somit auch von Nutzerkonten über verschiedene Haushalte hinweg, ist laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Disney Plus bereits seit geraumer Zeit untersagt. Die ersten konkreten Schritte zur Unterbindung dieser Praxis sollen im Juni 2024 in ausgewählten Ländern und Märkten eingeleitet werden.
Im September 2024 ist dann eine weltweite Durchsetzung dieser Regelung geplant. In den USA und Kanada hat Disney Plus bereits Anfang des Jahres begonnen, Nutzerinnen und Nutzer mit geteilten Accounts zu kontaktieren. Die Ankündigung gegen das Teilen von Accounts sind nicht neu. Schon im vergangenen Sommer machte Iger deutlich, dass Disney plant, das Account-Sharing zu beenden.
CFO Hugh Johnston präzisierte im Februar 2024 gegenüber Investoren, dass die Umsetzung dieser Pläne im Sommer desselben Jahres beginnen werde. Im Hinblick auf die konkreten Maßnahmen bedeutet dies, dass Nutzerinnen und Nutzer, die Passwörter mit Personen außerhalb ihres Haushalts teilen, ab Juni 2024 beim Einloggen aufgefordert werden könnten, einen eigenen Account zu erstellen.
Ab Herbst sollen dann Angebote für Account-Inhaber folgen, die es ermöglichen, zusätzliche Nutzerinnen und Nutzer gegen Aufpreis offiziell in ihren Account zu integrieren. Diese Strategie, das Account-Sharing kostenpflichtig zu machen, wurde erstmals von „Netflix“ eingeführt, wo zusätzliche Abonnements seitdem mit zusätzlichen Kosten verbunden sind.
Die Erfahrungen von „Netflix“ zeigen, dass solche Maßnahmen in den USA zu einem Anstieg der Abonnentenzahlen geführt haben, während in Europa zunächst viele Nutzerinnen und Nutzer ihre Abonnements kündigten. Langfristig scheint sich die Strategie für Netflix jedoch ausgezahlt zu haben.
Disney Plus verzeichnete im letzten Quartal 2023 einen signifikanten Rückgang der Abonnentenzahlen, nachdem die Preise erhöht wurden, und mehr als 1,3 Millionen Nutzerinnen und Nutzer ihre Accounts kündigten. Trotz dieses Rückschlags plant Disney, seine Streaming-Angebote weiter auszubauen. So wurde im März 2024 eine neue App eingeführt, die Hulu- und Disney Plus-Accounts kombiniert. Darüber hinaus ist die Einführung eines eigenen Streaming-Dienstes des US-Sportsenders ESPN geplant.
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