Die Kinowelt verändert sich spürbar, und mittendrin steht Disney. Das Studio, das über Jahrzehnte ganze Generationen geprägt hat, spürt nun, dass sich Sehgewohnheiten verschieben. Besonders die sogenannte „Gen Z“, also junge Menschen zwischen 13 und 28 Jahren, ist nicht mehr so oft im Kinosessel anzutreffen wie frühere Jahrgänge.

Viel Zeit geht in Gaming, Streaming und Social Media und das Kino verliert an Strahlkraft. Genau an diesem Punkt setzt Disney an und plant einen Kurswechsel, um diese Zielgruppe neu zu gewinnen. Bislang stützte sich der Konzern stark auf zwei riesige Zugpferde: Marvel und „Star Wars“. Superhelden und Jedi-Ritter waren über Jahre hinweg sichere Publikumsbringer.

Ohne frischen Nachschub droht eine Lücke

Doch das Blatt wendet sich. Die Begeisterung für das Marvel-Universum flacht ab, und im „Star Wars“-Kosmos herrscht seit sieben Jahren Funkstille, zumindest was große Kinoabenteuer betrifft. Ohne frischen Nachschub droht eine Lücke, die Disney nun mit einem neuen Ansatz füllen will. Statt endloser Fortsetzungen setzt man auf Abenteuerfilme.

Welche mit klassischen Motiven wie Schatzsuchen, geheimnisvolle Expeditionen oder auch Geschichten, die zur herbstlichen Halloween-Stimmung passen. Verantwortlich für diese Neuausrichtung ist David Greenbaum. Seit 2024 steht er an der Spitze von Disneys Live-Action-Sparte. Seine Aufgabe: Stoffe entwickeln, die wieder ein junges männliches Publikum abholen, so wie es einst die „Fluch der Karibik“-Reihe schaffte.

Strategiewechsel mit modernen Abenteuerfilmen

Ein moderner Abenteuerfilm, der Action, Humor und Rätsel vereint, könnte dabei die richtige Mischung sein. An seiner Seite arbeitet Daria Cercek, die in Hollywood keinen unbekannten Namen trägt. Bei Paramount war sie Teil von Produktionen wie „Sonic the Hedgehog“ und „A Quiet Place“, die beide zeigten, wie man mit kreativen Ansätzen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen kann.

Interessant ist, dass dieser Strategiewechsel nicht aus einer Krise heraus geboren wurde. Disney hat weiterhin Erfolge, die weltweit Schlagzeilen machen. Mit Filmen wie „Avatar: Fire and Ash“ oder „Zootopia 2“ gelang es dem Studio, die Milliardenmarke an den Kinokassen zu knacken. Die Marke bleibt also stark. Dennoch macht Bob Iger, CEO von Disney, deutlich, dass man die Zukunft nicht allein auf sicheren Fortsetzungen aufbauen könne.

Gründe schaffen das Smartphone beiseitezulegen

Für ihn zählt vor allem eins: „großartige Filme“ und zwar auch dann, wenn es sich um völlig neue Ideen handelt, die noch nicht im Regal der bekannten Marken stehen. Gerade dieser Mix aus Bewährtem und Neuem könnte den Weg in die nächsten Jahre weisen. Die Gen Z, die auf TikTok Trends setzt, in Games ganze Welten entdeckt und Entertainment ständig on demand konsumiert, braucht einen Grund, für zwei Stunden das Smartphone beiseitezulegen.

Abenteuerfilme, die Spannung, Humor und visuelle Wucht miteinander verbinden, könnten genau dieser Grund sein. Und vielleicht entsteht dabei sogar ein neues Franchise, das ähnlich prägend wird wie einst „Fluch der Karibik“.

Quelle: variety.com