Was passiert, wenn ein mittelalterlicher Mythos mit der Wucht moderner Fantasy-Inszenierung aufgeladen wird? RTL+ wagt diesen Spagat und bringt mit „Die Nibelungen: Kampf der Königreiche“ ein Epos auf den Bildschirm, das zwischen Tragik, Heldenmut, düsteren Intrigen und archaischer Wucht pendelt. Dazu liefert jetzt ein Trailer einen ersten, imposanten Vorgeschmack.
Die gleichnamige Serien-Adaption des klassischen „Nibelungenlieds“ verspricht dabei eine bildgewaltige Neuauflage des alten Stoffs. Nach dem Kinofilm „Hagen – Im Tal der Nibelungen“, geht die Geschichte nun in Serienform weiter. Etwas Geduld ist jedoch gefragt. Denn erst im Winter wird die sechsteilige Serie auf RTL+ zu sehen sein. Wer es nicht erwarten kann, bekommt am 27. Juni 2025 beim Filmfest München die Chance, die Premiere im Audimax der Hochschule für Fernsehen und Film zu erleben.
Die Story von „Die Nibelungen: Kampf der Königreiche“ dreht sich, wie der Titel bereits verrät, vor allem um die große Tragödie rund um Hagen von Tronje (Gijs Naber). Als strenger Waffenmeister der Burgunder hält er mit eiserner Disziplin das erschütterte Königreich zusammen. Pflichtgefühl ist seine Religion, seine Gefühle für Kriemhild (Lilja van der Zwaag) dagegen sind ein gut gehütetes Geheimnis.
Noch mehr als seine verborgene Liebe quält ihn die dunkle Vergangenheit, die ihn nicht loslässt. Doch das fragile Gleichgewicht droht zu kippen, als Siegfried von Xanten (Jannis Niewöhner) in Worms auftaucht. Der Drachentöter, bekannt aus der Sage, bringt mit seiner impulsiven Art die bestehende Machtordnung ins Wanken. In Siegfried erkennt der junge König Gunter (Dominic Marcus Singer), der nach dem Tod seines Vaters plötzlich die Krone trägt, eine potenzielle Stütze für das Reich.
Er bittet den ungestümen Helden um Hilfe bei seiner Brautwerbung – ausgerechnet für die Walküre Brunhild (Rosalinde Mynster), eine Figur, die nicht weniger komplex daherkommt. Die Spannung zwischen den Charakteren zieht sich durch alle Ebenen. Während sich Hagen immer tiefer in Loyalitätskonflikte verstrickt, verliebt sich Kriemhild ausgerechnet in seinen Rivalen.
Damit ist klar: Die Serie will nicht nur klassische Fantasy-Bilder liefern, sondern auf mehreren Ebenen erzählen – von Macht und Moral, Liebe und Verrat, Loyalität und Ehre. „Die Nibelungen: Kampf der Königreiche“ wird dabei als modernes Epos inszeniert und schreckt nicht vor Pathos zurück. RTL+ beschreibt das Projekt selbstbewusst als „Epos der Epen“.
Die Neuinterpretation des Nibelungenlieds zieht somit die alten Figuren aus dem Staub der Literaturgeschichte und schleudert sie mit voller Wucht in eine visuell durchkomponierte Fantasy-Welt, die an aktuelle Genre-Produktionen erinnert. Und genau das macht den Reiz aus. Denn die Geschichte ist bekannt, doch ihre Erzählweise wirkt frisch. Wer also auf große Bilder, komplexe Figuren und Tiefgang steht, dürfte mit „Die Nibelungen: Kampf der Königreiche“ auf seine Kosten kommen.
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