Mit „Dexter: Original Sin“ hat sich Showtime nicht nur auf altbekanntes Terrain begeben, sondern auch eine frische Perspektive auf einen der faszinierendsten Seriencharaktere der letzten Jahrzehnte eröffnet. Der Prequel-Ableger zur Kultserie „Dexter“ taucht tief ein in die dunklen Anfänge des später berüchtigten Serienkillers Dexter Morgan – lange bevor dieser seinen blutgetränkten Weg als Forensiker mit Doppelleben in der Originalserie beschritt.
Die erste Staffel, die Ende Februar 2025 zu Ende ging, ließ bereits erahnen, welches Potenzial in der Hintergrundgeschichte des Charakters steckt. Und jetzt ist es offiziell, dass „Dexter: Original Sin“ fortgesetzt wird. Eine zweite Staffel ist beschlossene Sache, und der Writers' Room soll zeitnah in die nächste Planungsrunde starten. Showrunner Clyde Phillips, der bereits die kreative Leitung über die ersten vier Staffeln der Originalserie innehatte, hält dabei abermals die Zügel in der Hand.
Mit der Fortsetzung wird es also zurück nach Miami gehen. Eben jenes Setting, das in Staffel eins bereits stilvoll inszeniert wurde. In der ersten Staffel konzentrierte sich die Story auf den jungen Dexter (Patrick Gibson), der zunehmend mit seiner inneren Dunkelheit ringt. Begleitet wird er dabei von seinem Adoptivvater Harry Morgan (Christian Slater) der versucht, seinem Sohn einen „Kodex“ beizubringen: Töte nur die, die es verdient haben.
Dieser zentrale moralische Konflikt zieht sich als roter Faden durch Dexters frühe Entwicklung und dürfte auch in Staffel zwei wieder im Mittelpunkt stehen. In der ersten Staffel hat sich der junge Dexter bereits ein Praktikum beim Miami Metro Police Department gesichert. Ironischerweise genau bei jener Institution, die später unbewusst seine blutige Spur durch die Stadt übersehen wird.
Gleichzeitig wird der psychologische Druck größer. Die Maske muss sitzen, das Doppelleben darf nicht enttarnt werden. Dabei trifft er auf alte Bekannte aus dem „Dexter“-Kosmos. So sind unter anderem Molly Brown als Debra Morgan, Christina Milian als Maria LaGuerta und James Martinez als Angel Batista mit von der Partie. Ergänzt wird der Cast durch prominente Neuzugänge wie Patrick Dempsey und Sarah Michelle Gellar.
Ein besonderes Highlight für Fans der Originalserie war in der ersten Staffel, dass Michael C. Hall ebenfalls wieder dabei ist, wenn auch nicht vor der Kamera. Als Erzähler führt er durch die Geschichte seines jüngeren Ichs und verleiht „Dexter: Original Sin“ die gewohnt düstere Atmosphäre. Die Zusammenarbeit zwischen Showtime und Paramount+ hat sich somit als überaus fruchtbar erwiesen.
„Dexter: Original Sin“ erweitert das Franchise um eine Facette, die bisher nur in Andeutungen existierte: die Geburt eines Killers, der sich seiner Natur zwar bewusst ist, aber erst lernen muss, sie zu kontrollieren. Dass der Serienkiller nicht einfach „geboren“, sondern „geformt“ wird, ist der zentrale Story-Antrieb hinter dem Prequel. Dass eine zweite Staffel kommt, ist somit nicht nur eine logische Entscheidung, sondern auch ein Signal dafür, dass das Interesse an Dexter Morgans Werdegang ungebrochen ist.
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