Kaum ist die erste Episode online, hat „Der Sommer, in dem Hikaru starb“ schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nicht mit plumpem Splatter oder überdrehten Schockmomenten, sondern mit fein dosiertem Psycho-Horror, der langsam unter die Haut kriecht. Der neue Anime, der seit dem 5. Juli 2025 auf Netflix zu sehen ist, zeigt nach nur einer Folge, wie effektiv das Genre auch ohne billige Jumpscares funktionieren kann.
Stattdessen baut sich hier eine düstere Atmosphäre auf, die Zuschauer und Kritiker direkt zum Start gleichermaßen fesselt hat. „Der Sommer, in dem Hikaru starb“ stammt aus der Feder von Regisseur Ryohei Takeshita, der bereits mit „Jujutsu Kaisen“ bewiesen hat, dass er ein Händchen für düstere Stoffe hat. Animiert wurde der Titel von CygamesPictures, einem Studio, das mit „Der Sommer, in dem Hikaru starb“ vielleicht seine bisher stärkste Arbeit abliefert.
Die visuelle Umsetzung ist detailverliebt, aber nicht überladen – alles wirkt durchdacht, ruhig und genau deshalb so unheimlich. Mit einer aktuellen IMDb-Wertung von 8,1 scheint sich der Hype zu bestätigen. Inhaltlich dreht sich der Horror-Anime um eine enge Freundschaft und das verstörende Gefühl, wenn sich plötzlich etwas grundlegend verändert. Yoshiki und Hikaru sind seit ihrer Kindheit unzertrennlich.
Sie leben in einem abgeschiedenen Dorf, ihre Tage verlaufen unspektakulär, aber intensiv. Doch dann verschwindet Hikaru für einige Tage in den Bergen. Als er zurückkommt, scheint alles normal – zu normal. Er erinnert sich an alles, spricht wie früher, ist freundlich wie immer. Und doch schleicht sich bei Yoshiki ein Gefühl ein, das er nicht mehr loswird. Irgendetwas stimmt nicht. Etwas in Hikaru ist … anders.
Die zentrale Frage, die die Anime-Serie stellt, ist keine einfache. Was, wenn der Mensch, der einem am nächsten sieht, vielleicht gar kein Mensch mehr ist? Ist das noch Hikaru oder wurde er durch ein Wesen ersetzt, das über seine Form und Erinnerungen verfügt? Genau diese Ungewissheit zieht sich wie ein roter Faden durch die erste Folge. Und genau sie macht den Horror greifbar. Nicht das Monster, das aus der Dunkelheit springt, sondern die Unkenntlichkeit eines vertrauten Gesichts.
Die Vorlage stammt aus der Feder von Mangaka Mokumokuren, dessen Werk in der Community längst als Geheimtipp gehandelt wurde. Mit der Anime-Adaption erreicht die Geschichte nun ein natürlich ein wesentlich breiteres Publikum. Und „Der Sommer, in dem Hikaru starb“ scheint dabei einen Nerv bei den Zuschauerinnen und Zuschauern zu treffen.
Wer auf beklemmenden Psycho-Horror steht, der seine Figuren langsam, aber unaufhaltsam in den Abgrund begleitet, dürfte hier genau richtig sein. Die zweite Episode von „Der Sommer, in dem Hikaru starb“ erscheint auf Netflix bereits am 12. Juli 2025. Wie es dann weitergeht mit Yoshiki, seinem immer fremder wirkenden Freund und dem dunklen Geheimnis, das sich über das Dorf legt, bleibt jedenfalls überaus spannend und schaurig zugleich.
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