Es gibt Filme, die Fans in ihren Bann ziehen und dann gibt es jene, die eher als unfreiwillige Einschlafhilfe fungieren. Während manche Werke durch ruhige Erzählweisen oder ausufernde Laufzeiten anstrengend wirken, gibt es eine Handvoll Filme, die von Filmfans und Kritikern gleichermaßen als ultimative Langeweile-Kandidaten eingestuft wurden.

Eine Umfrage des Elektronikgiganten Samsung, die im „The Guardian“ veröffentlicht wurde, hat eine Liste mit den vermeintlich langweiligsten Filmen aller Zeiten hervorgebracht. Das Ergebnis düfte dabei bei allen Fans für hitzige Diskussionen sorgen, denn viele der genannten Titel gelten als Meisterwerke. Auf den hinteren Plätzen finden sich zum Beispiel Filme, die von Fans und Kritikern eigentlich gefeiert werden.

Von Oscar-Preisträgern bis Blockbuster-Flops

So landet „Cleopatra“ aus dem Jahr 1963, der für zehn Oscars nominiert war und vier gewann, auf Platz 20. Dicht dahinter folgt Steven Spielbergs Biopic „Lincoln“, das Daniel Day-Lewis einen Oscar als Bester Hauptdarsteller bescherte. Auch „The Tree Of Life“ von Terrence Malick – ein Film, der für seine poetischen Bilder und seine philosophische Tiefe gerühmt wird – ist mit Platz 16 vertreten. Science-Fiction-Fans dürften sich über die Platzierung von „2001: Odyssee im Weltraum“ auf Rang 12 wundern, gilt Stanley Kubricks Meisterwerk doch als Meilenstein des Genres.

Überraschend ist auch die Präsenz von Blockbustern, die eigentlich das Gegenteil von Langeweile versprechen sollten. „Matrix Revolutions“ und „Transformers“ fanden sich unter den Top 15 der Liste wieder – offenbar empfanden die befragten Briten die visuelle Reizüberflutung als ermüdend. Noch irritierender ist vielleicht die Platzierung von „The Artist“, dem modernen Stummfilm, der die Oscars 2012 dominierte. Selbst das gefeierte Drama „Brokeback Mountain“ landete auf einem undankbaren vierten Platz. Offenbar war der ruhige Erzählstil nicht für alle Zuschauer fesselnd genug.

Das unrühmliche Podium der Langeweile

Die drei Spitzenplätze der Liste dürften ebenfalls für Diskussionen sorgen. Auf Platz drei landet mit „Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung“ der wohl umstrittenste Teil der Sternensaga. Die Einführung der Midi-Chlorianer, politische Diskussionen und die Figur Jar Jar Binks spalteten die Fan-Gemeinde bereits bei der Veröffentlichung. Der zweite Platz geht an „Blair Witch Project“ – den Found-Footage-Horrorfilm, der 1999 das Genre revolutionierte.

Während viele die rohe Machart und den minimalistischen Grusel feierten, fanden andere die wackelige Kamera und die spärliche Handlung schlichtweg einschläfernd. Den Spitzenplatz auf der Liste der langweiligsten Filme belegt schließlich „Fifty Shades of Grey“. Die Romanverfilmung sollte eigentlich vor Leidenschaft sprühen, doch für viele Zuschauer entpuppte sie sich als uninspirierter und zäher Liebesfilm, der weder mit Spannung noch mit tiefgehender Charakterzeichnung punkten konnte.

Diese Liste zeigt einmal mehr, wie subjektiv Filmerlebnisse sein können. Während einige Zuschauer in den genannten Filmen cineastische Meisterwerke sehen, bleiben sie für andere ein zäher Kampf gegen das Gähnen. Fest steht: Über Geschmack lässt sich vortrefflich streiten!

Top 20 der langweiligsten Filme:

01. Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen 02. The Blair Witch Project 03. Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung 04. Brokeback Mountain 05. Transformers 06. The Postman 07. The Artist 08. Australia 09. Vanilla Sky 10. Sieben Jahre in Tibet 11. Batman & Robin 12. 2001: Odyssee im Weltraum 13. Matrix Revolutions 14. Showgirls 15. Far and Away 16. The Tree of Life 17. Noah 18. Meet Joe Black 19. Lincoln 20. Cleopatra

Quelle: theguardian.com