Wer Filme liebt, die nicht einfach nur berieseln, sondern auch zum Nachdenken anregen, bekommt mit „Der Brutalist“ jetzt genau das Richtige für das Heimkino auf DVD und Blu-ray. Regisseur Brady Corbet inszenierte mit „Der Brutalist“ eine packende Reise voller komplexer Charaktere, einer tiefgründigen Story und einer wahrlich faszinierenden Visualität.

Im Mittelpunkt von „Der Brutalist“ steht der jüdisch-ungarische Architekt László Toth. Toth wagt nach dem Zweiten Weltkrieg den Sprung über den Atlantik, um in den USA ein neues Leben zu beginnen. Doch dieser Neuanfang im Amerika der 50er Jahre erweist sich als weitaus komplizierter, als erhofft.

Adrien Brody spielt groß auf

Zwar eröffnet sich ihm durch den reichen Industriellen Harrison Lee Van Buren die Chance, ein gigantisches Bauprojekt zu verwirklichen, doch schnell zeigt sich, dass dieser Auftrag nicht nur seine kreative Freiheit, sondern auch sein privates Glück bedroht. Eine der großen Stärken von „Der Brutalist“ ist zweifelsohne sein Hauptdarsteller Adrien Brody, der mit einer beeindruckenden Vielschichtigkeit die inneren Konflikte seiner Figur darstellt.

Brody gelingt es meisterhaft, den inneren Kampf zwischen künstlerischer Integrität und den Zwängen einer neuen Heimat auszuleuchten. Unterstützt wird er dabei von Felicity Jones, die als Toths Ehefrau Erzsébet nicht nur einen emotionalen Gegenpol, sondern auch eine starke, eigenständige Persönlichkeit verkörpert.

Formen des Brutalismus

Ein weiterer Pluspunkt ist die Rolle des undurchsichtigen Industriellen Van Buren, verkörpert von Guy Pearce. Pearce schafft es, seinem Charakter eine Tiefe zu verleihen, die gleichzeitig fasziniert aber auch abstößt. Er verkörpert jene Sorte Mensch, deren Charme manipulativ wie verführerisch ist und dessen Schattenseiten erst nach und nach sichtbar werden.

„Der Brutalist“ arbeitet zudem geschickt mit der Architektur selbst als einer kraftvollen Metapher für menschliche Ambitionen und Zerbrechlichkeit. Die kantigen, massiven Formen des Brutalismus spiegeln perfekt den Kampf der Hauptfigur wider, ihre künstlerische Vision in einer Welt zu verwirklichen, die oft wenig Raum für Idealismus lässt.

Kein Popcorn-Kino, sondern cineastische Herausforderung

Doch „Der Brutalist“ ist definitiv kein Film für jeden. Denn die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte, wird in verschiedenen Sprachen erzählt und fordert die volle Aufmerksamkeit. Es ist ein Film für echte Cineasten, die das Besondere suchen, die bereit sind, sich auf ein intensives und manchmal auch unbequemes Erlebnis einzulassen.

Visuell besticht „Der Brutalist“ durch stimmungsvolle, detailreiche Bilder und eine Atmosphäre, die manchmal fast wie ein Theaterstück wirkt. Die Dialoge sind dicht, intensiv und oft symbolgeladen. Kein leichter Stoff, sondern ein Film, der lange nachhallt. „Der Brutalist“ ist eben kein Popcorn-Kino, sondern eine cineastische Herausforderung, die zu begeistern weiß.

„Der Brutalist“ (Universal Pictures Germany) VÖ: 17. Apr. 25