Wie aus der aktuellen „Streaming-Studie 2024“ der Agentur Simon-Kucher hervorgeht, hat Amazon Prime seinen Konkurrenten Netflix hierzulande als führenden Streaming-Dienst abgelöst und nimmt nun die Spitzenposition ein. Ganze 43 Prozent der deutschen Nutzer, die nur ein Streaming-Abonnement besitzen, wählen Amazon Prime – Netflix kommt nur auf 29 Prozent.

Auch bei Nutzern mit mehreren Abonnements führt Amazon. Besonders im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis hat der Dienst aus Sicht der Kunden die Nase vorn, wobei Disney+ häufig als zusätzliche Option gewählt wird.

Laut einer Sprecherin von Simon-Kucher bietet Amazon Prime ein attraktives Gesamtpaket, das nicht nur Streaming, sondern auch Premium-Versand, exklusive Angebote und Amazon Music beinhaltet. Amazon Prime sei im Rennen der Streaming-Anbieter dadurch klar im Vorteil.

Netflix hingegen überzeugt mit einer großen Vielfalt an Inhalten und führt in mehreren Kategorien, darunter „Beste Auswahl“, „Angesagte Inhalte“ und „Nutzerfreundlichkeit“. Disney+ und Apple TV+ zeichnen sich indes vor allem durch exklusive Inhalte bzw. hohe Videoqualität und flexible Kündigungsoptionen aus.

Trotz der Stärken einzelner Anbieter gilt das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis generell als großer Kritikpunkt. Insbesondere bei Disney+ ist ein Rückgang der Zufriedenheit von 68 Prozent auf 56 Prozent zu verzeichnen. Im Falle von Apple TV+ erwägen derzeit sogar 41 Prozent der Nutzer, ihr Abonnement zu kündigen.

Unsere Meinung dazu:

Letztlich muss man konstatieren, dass sich der Streaming-Dienst aktuell in einer Phase befindet, die von massiven Wachstum und damit einhergehenden strukturellen Veränderungen geprägt ist. Um sich auf einem immer unübersichtlicheren Markt behaupten zu können, müssen die verschiedenen Anbieter Alleinstellungsmerkmale bieten. Sprich: Exklusive Serienproduktionen und Filme.

Um aufzufallen, bedarf es jedoch eines entsprechend großen Budgets, welches über Werbung, einem geringeren Leistungsumfang und höheren Abo-Kosten generiert werden muss. Damit wiederum frisst sich das einst so rebellische Konzept des Streamings selbst auf und nähert sich, vor allem mit Blick auf die Werbung, den Einschränkungen des linearen TVs an.

Quelle: chip.de