Wenn das Maisfeld lacht, ist es meistens der Wind. Wenn es breit grinst, eine bunte Nase trägt und mit scharfem Werkzeug wedelt, nun, dann läuft „Clown in a Cornfield“. Der frische Slasher hält jetzt Einzug ins Heimkino auf DVD sowie Blu-ray und lädt zu genau dem Abend ein, den Genrefans seit der letzten Party mit roter Limo und Chips geplant haben: Vorhang zu, Vorurteile auf, Licht aus!
Die Story schickt Quinn und ihren Vater in das scheinbar ruhige Kettle Springs. Hinter gepflegten Vorgärten brodelt es allerdings gewaltig. Die Stadt hängt nämlich zwischen gestern und morgen fest, die Fronten zwischen Alt und Jung sind verhärtet, und ausgerechnet dort, wo Maisfelder bis zum Horizont stehen, zeigt sich, wie scharf Konflikte schneiden können. In diese Stimmung platzt ein Maskottchen aus vergangenen, „besseren“ Tagen: Frendo.
Kein Kindergeburtstags-Entertainer, sondern die Sorte Clown, bei der das Grinsen nie die Augen erreicht. Das funktioniert, weil der Film Tempo macht. Er verschwenden keine Zeit mit langen Erklärungen, sondern schiebt die Figuren zügig in Situationen, in denen Entscheidungen wehtun. Slasher-Fans bekommen dabei was sie mögen. Nämlich klare Setups, präzise Eskalationen und ein Bodycount, der nicht nur Statistik ist, sondern das Geschehen spürbar nach vorne drückt. Außerdem sind die Kills handfest und erfreulich deutlich inszeniert.
Dabei gleitet „Clown in a Cornfield“ nicht in blutigen Ernst ab. „Tucker & Dale vs Evil“ Regisseur Eli Craig setzt zwischendurch gezielte Nadelstiche Humor, ohne die Spannung zu perforieren. Die richtige Dosierung von Slasher und Humor macht eben den Unterschied zwischen Kirmes und Kettensägen-Polonaise. Ein weiteres Ass ist auch das Kleinstadt-Feeling. Kettle Springs wirkt nicht wie eine Kulisse, sondern wie ein Ort mit Geschichte, Schuldgefühlen und Erwartungen.
Es gibt Ladenbesitzer, die zu viel wissen, Jugendliche, die zu laut sind, und Erwachsene, die zu sicher sind, im Recht zu sein. Ein Pluspunkt ist auch, dass vor der Kamera Gesichter stehen, die man gerne begleitet. Selbst wenn man ahnt, dass der Mais nicht alle wieder ausspuckt. Katie Douglas trägt die Perspektive mit einer Mischung aus Neuanfangs-Energie und gesundem Misstrauen. Carson MacCormac bringt den spröden Charme eines Teenagers mit Plan B, falls Plan A in Flammen aufgeht.
Auch Kevin Durand, Aaron Abrams und Will Sasso liefern souverän ab. Unterm Strich bietet „Clown in a Cornfield“ jedenfalls genau jene Mischung, die den Reiz des modernen Slasher-Kinos ausmacht: schnell erzählt, straff inszeniert, mal fies, mal frech – aber immer zielstrebig. Perfekt für einen Abend, der nach Popcorn riecht und nach Gesprächen, die noch lange nach dem Abspann weitergehen. Also, Blu-ray oder DVD einlegen, Freunde zusammentrommeln und die Telefone stumm stellt: der Mais hat was zu sagen, und Frendo übersetzt.
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