Seit fast zwei Jahrzehnten gehört Channing Tatum zu den bekanntesten Gesichtern Hollywoods. Doch während seine Karriere von Erfolgen in unterschiedlichen Genres geprägt ist, zeigt sich der Schauspieler und Produzent zunehmend frustriert über die aktuelle Entwicklung der Filmbranche. Im Zuge der Promotion seines neuen Films "Roofman" äußerte sich Tatum ungewohnt kritisch.

"Ein verwirrender Prozess voller Möglichkeiten"

Tatum, der mit Filmen wie "She’s the Man - Voll mein Typ", "Step Up" oder "21 Jump Street" berühmt wurde, sprach in der Interviewreihe Hot Ones mit Sean Evans offen über die Schattenseiten des Filmemachens. Er beschrieb die heutige Produktionslandschaft als unübersichtlich und von wirtschaftlichen Zwängen geprägt. "Wenn man gefragt wird, einen Film zu machen oder versucht, einen Film zu produzieren, ist das inzwischen ein verwirrender Prozess voller Möglichkeiten", erklärte er. Dabei entstehe zunehmend der Eindruck, dass Schauspieler und Filmschaffende gezwungen seien, an minderwertigen Projekten mitzuwirken, nur um finanziell abgesichert zu sein.

Sein Vorwurf an die Branche fällt deutlich aus: "Man hat das Gefühl, man muss schlechte Projekte machen, um bezahlt zu werden, anstatt etwas Gutes zu machen." Mit dieser Aussage verdeutlicht Tatum seine Enttäuschung über ein System, das seiner Meinung nach Profit über Kreativität stellt.

Kritik an Streaming-Diensten

Bereits zuvor hatte Tatum erklärt, dass Streaming-Anbieter den kreativen Prozess des Filmemachens "kaputt gemacht" hätten. Nun führte er weiter aus, dass die zunehmende Dominanz dieser Plattformen eine "völlig verkehrte Welt" geschaffen habe. Trotzdem zeigte er sich vorsichtig optimistisch: "Ich glaube, diese Erschütterung wird zu etwas Gutem führen. Ich glaube, Streamer sind aus einem bestimmten Grund auf den Markt gekommen und dass eine Veränderung notwendig war."

Der Schauspieler selbst hat bislang nur begrenzte Erfahrung mit Streaming-Produktionen. Zuletzt war er in zwei Apple-Formaten zu sehen: in der Serie "The Afterparty" sowie im Film "To The Moon", in dem er neben Scarlett Johansson die Hauptrolle übernahm. Letzterer erhielt aufgrund positiver Testvorführungen sogar einen Kinostart.

Mit seiner deutlichen Kritik reiht sich Channing Tatum in eine wachsende Zahl von Filmschaffenden ein, die vor den Folgen der Digitalisierung und der Dominanz von Streaming-Plattformen warnen.

Quelle: ign.com