Wenn altbekannte Trash-Formate plötzlich wieder aus der Versenkung auftauchen, ist meist Chaos vorprogrammiert. Das gilt auch für die kommende Neuauflage der wilden Spielshow „Crash Games“. Die Sendung, die einst als kultige Mischung aus Glitsch, Matsch und herrlicher Schadenfreude auf ProSieben lief, kehrt im Herbst 2025 mit frischer Besetzung und neuem Konzept zurück.
Dabei wird es garantiert nicht weniger peinlich zur Sache gehen, ganz im Gegenteil. Statt unerschrockener Normalos, die sich wie früher tapfer durch nasse Parcours, rutschige Schanzen und das gefürchtete Matschbecken kämpften, gibt es in der neuen Version ein reinrassiges Trash-TV-Treffen. Unter dem verheißungsvollen Untertitel „Bruchlandung der Realitystars“ schicken sich nun sechs Zweierteams aus bekannten Gesichtern der Reality-Szene an, möglichst elegant zu scheitern.
Ein interessantes Update, zumal es ursprünglich nach einem Mix aus Promis und Casting-Anwärtern klang. Von Letzteren fehlt nun jedoch jede Spur. Stattdessen heißt es also: Realitystars unter sich. Und das verspricht mindestens genauso viele Fails wie früher, aber mit mehr Bekanntheitsgrad. Im Mittelpunkt stehen weiterhin spektakulär kläglich gemeisterte Hindernisse wie die berüchtigte Flutschfläche oder der Mount Glitsch.
Wer am wenigsten ausrutscht oder sich auf den Rücken legt, kann sich am Ende in der finalen „Bruchlandungs-Challenge“ beweisen. Es geht also darum, sich möglichst selten lächerlich zu machen. Ein Konzept, das sich in der Reality-Welt ehrlicherweise eher wie eine nette Utopie liest. Eine Konstante bleibt dem Chaos aber erhalten. Peter Rütten übernimmt wieder die Off-Kommentare und liefert damit den Zynismus, der das Format einst zum kleinen Kultklassiker gemacht hat.
Seine trockene Art, das Scheitern der Kandidaten verbal zu sezieren, dürfte auch dieses Mal für viele Lacher sorgen. Denn wie schon bei früheren Folgen, in denen „Crash Games“ gelegentlich als Lückenfüller zurück ins Programm rutschte, lebt das Ganze weniger von sportlicher Leistung als vom gezielten Gesichtsverlust auf matschigem Untergrund. Ganz neu dabei ist hingegen ein Team aus Fieldreportern, das für die Social-Media-Anbindung sorgen soll.
Mit Laura Maria Rypa, Julia Römmelt und Max Weißenböck setzt man auf Influencer-Power, die auf dem Spielfeld Statements einfängt und sich sicher auch selbst nicht zu schade ist, im Matsch ein bisschen Aufmerksamkeit zu generieren. Die Produktion liegt bei Banijay Productions Germany, und das Ganze läuft nicht nur auf ProSieben, sondern auch bei Joyn.
Dass das Originalformat trotz nur zwölf ausgestrahlter Episoden über zwei Staffeln hinweg eine gewisse Fangemeinde hinterließ, liegt wohl vor allem an seinem kompromisslosen Fokus auf Schadenfreude. Ganz im Stil von Klassikern wie „Takeshi’s Castle“ oder „WipeOut“ gibt es hier kein Mitleid, nur Fallhöhe und davon reichlich. Was als sportlicher Wettkampf getarnt ist, funktioniert letztlich über das Lachen auf Kosten anderer. Trash-TV eben, mit Helm und Gummianzug.
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