Seit Jahren gilt „Squid Game“ als Musterbeispiel dafür, wie sich Streaming-Giganten dank weltweiter Produktionen neu erfinden und Megaerfolge feiern. Eine Zeit lang schien nichts den Höhenflug der südkoreanischen Erfolgsmarke bremsen zu können. Drei Staffeln auf den Plätzen 1, 3 und 4 der meistgesehenen Netflix-Serien aller Zeiten, wobei die View-Zahlen mit 265 Millionen, 192 Millionen und 145 Millionen in den ersten 91 Tagen neue Maßstäbe setzten.
Selbst starke englischsprachige Konkurrenten wie „Wednesday“, „Dahmer - Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer“, „Bridgerton“ oder „Das Damengambit“ mussten sich diesem Trend beugen. Nur „Wednesday“ konnte sich auf Rang 2 dazwischenquetschen. Dass ein nicht-englisches Format plötzlich die Spitze einnimmt, wäre früher kaum vorstellbar gewesen, doch genau das hat „Squid Game“ geschafft.
Lange Zeit wirkte es, als könne jedes Projekt aus dem Umfeld des Franchise problemlos zünden. Der Reality-Ableger „Squid Game: The Challenge“ lieferte 2023 den Beweis. Gleich zum Start gab es über 20 Millionen Abrufe in nur einer Woche, ein Wert, der bewies, wie stark die Marke auch außerhalb der Hauptserie funktionierte. Das Format traf den Nerv der User, orientierte sich visuell und atmosphärisch an der Originalserie und schaffte es trotzdem, ein eigenes Publikum zu finden.
Doch jetzt entsteht plötzlich ein Bild, dass niemand auf dem Zettel hatte. Obwohl „Squid Game“ nach drei Staffeln offiziell beendet ist, bastelt Netflix hinter den Kulissen längst an der Zukunft. Ob mit einem US-Ableger oder Neuinterpretationen in anderen Regionen, ähnlich wie „Haus des Geldes: Korea“. Der Konzern wäre nur allzu gern bereit, den „Squid Game“-Erfolg weiter auszubauen. Doch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt bricht die Erfolgswelle ein und zwar überraschend heftig.
Denn die zweite Staffel von „Squid Game: The Challenge“ erreicht in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung lediglich 3,1 Millionen Views. Das bedeutet einen Rückgang von satten 85 Prozent gegenüber der ersten Staffel. Ein Einbruch, der selbst mit dem ungünstigeren Veröffentlichungsfenster nur schwer zu erklären ist. Der Abstand zur Originalserie wächst spürbar, und plötzlich ist der bisher makellose Lauf des Franchise unterbrochen.
Interessant ist, wie ruckartig sich der Trend verändert hat. Noch vor Kurzem wurde das gesamte „Squid Game“-Universum als nahezu unantastbar wahrgenommen. Jedes neue Format schien sicher eingeschlagen. Jetzt zeigt sich, dass selbst große Streaming-Marken empfindlich reagieren. Trotz des Rückschlags dürfte Netflix weiter versuchen, das Potenzial der Marke auszuschöpfen.
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