In einer Zeit, in der Reboots und Neuinterpretationen längst zum festen Bestandteil der Kinolandschaft gehören, trifft die News einer „Bloodsport“-Neuverfilmung mitten in das Herz jener Generation, die mit den ikonischen Kampfsportfilmen der 80er und 90er aufgewachsen ist.
Der einstige Action-Kracher mit Jean-Claude Van Damme in der Hauptrolle steht heute sinnbildlich für ein ganzes Subgenre, das brutale Faustkämpfe, verschwitzte Trainingssequenzen und eine ordentliche Portion Pathos miteinander verband. Umso überraschender ist es, dass sich ausgerechnet A24 nun an eine Neuauflage wagen möchte.
Eben jenes gefeierte Indie-Studio, dass den Hang zu stilistischen Film-Experimenten hegt. A24, bekannt für gefeierte Genrehits wie „Hereditary“, „Midsommar“ oder „Everything Everywhere All At Once“, hat sich laut Hollywood-Insider Jeff Sneider aktuell die Rechte am Kultfilm „Bloodsport“ vorgenommen. Die Pläne für eine Neuverfilmung reichen zwar bereits über ein Jahrzehnt zurück, doch erst jetzt scheint das Vorhaben endlich konkrete Formen anzunehmen.
Der entscheidende Unterschied wird hierbei sein, dass A24 keinen nostalgischen Rückblick oder ein halbgares Legacy-Sequel plant. Stattdessen soll ein vollständiger Reboot entstehen – ohne Bezug zum Original, ohne Jean-Claude Van Damme und ohne sentimentalen Fanservice. Ein wahrhaft mutiger Schritt, bedenkt man den legendären Status des Originals.
Denn seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1988 hat „Bloodsport“ nichts von seiner Wucht verloren. Der Film basiert lose auf den angeblichen Erlebnissen des realen Kampfsportlers Frank Dux, der darin in einem geheimen Vollkontakt-Turnier – dem sogenannten Kumite – gegen eine internationale Auswahl gnadenloser Kämpfer antritt.
In bester Martial-Arts-Manier kämpft sich Dux durch das brutale Teilnehmerfeld, stets verfolgt von zwei Agenten der amerikanischen Defense Intelligence Agency, die ihn zurückholen sollen. Doch nichts kann ihn aufhalten – bis er sich im Finale einem übermächtigen Gegner stellen muss, der nicht nur skrupellos, sondern auch tödlich ist.
„Bloodsport“ war für Van Damme der große Durchbruch und prägt bis heute das Image des belgischen Actionstars. Die körperbetonte Darstellung, gepaart mit seiner berühmten Spagat-Szene, ist ikonisch – nicht nur für Fans des Martial-Arts-Genres. Es verwundert daher wenig, dass immer wieder Studios versucht haben, an diesen Mythos anzuknüpfen.
Bisher jedoch blieb es bei halbherzigen Versuchen, die zumeist daran scheiterten, dem Original gerecht zu werden oder eine zeitgemäße Vision zu entwickeln. Dass A24 nun einen radikal anderen Ansatz wählt, könnte genau das sein, was „Bloodsport“ für eine neue Generation interessant macht. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen, doch allein die Tatsache, dass A24 Interesse zeigt, lässt aufhorchen.
Die Handschrift des Studios steht nicht gerade für klassische Action-Kost, sondern eher für visuell und erzählerisch unkonventionelle Wege. Die Vorstellung eines atmosphärisch dichten, vielleicht sogar metaphysisch angehauchten Kampfsportfilms nach A24-Art wirkt zwar irgendwie irritierend, auf der anderen Seite aber auch reizvoll.
Jean-Claude Van Damme selbst soll laut Sneider keinerlei Verbindung zum geplanten Remake haben – ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die neue Version bewusst vom Original befreien will. Ob das neue „Bloodsport“ dem Original Tribut zollen oder es dekonstruieren wird, bleibt abzuwarten.
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