Was macht ein Filmstudio, wenn ein pinkfarbener Popkultur-Crash die Kinokassen sprengt und 1,44 Milliarden US-Dollar einspielt? Richtig: nachlegen. Doch wer glaubt, bei „Barbie“ ginge es jetzt einfach linear weiter, mit Margot Robbie an der Spitze und Greta Gerwig im Regiestuhl, dürfte sich täuschen.
Universal hat zwar einen neuen Film rund um das Mattel-Phänomen in Arbeit – aber der nimmt eine völlig andere Richtung. Im Sommer 2023 schaffte „Barbie“ das schier Unmögliche. Die schrille Spielzeugwelt traf auf gesellschaftskritische Themen und wurde damit zum weltweiten Megahit. Parallel zu Christopher Nolans „Oppenheimer“ lieferte der von Greta Gerwig inszenierte Film das perfekte Gegenstück zum düsteren Historienepos.
Ein Spin-off statt Sequel
Barbenheimer war geboren – ein cineastisches Doppel, das für Meme-Stürme sorgte und Filmgeschichte schrieb. Doch der neue „Barbie“-Film, an dem Universal nun gemeinsam mit Mattel tüftelt, schlägt andere Töne an. Statt Glitzer-Outfits und Musical-Momenten geht es dieses Mal in Richtung Animation. Produziert wird das Ganze von Illumination, bekannt durch „Ich – Einfach unverbesserlich“ und die „Minions“.
Damit ist klar, dass die geplante Fortsetzung die reale Filmwelt verlässt und eintaucht in die animierte Dimension, quasi ein Spin-off statt Sequel. Daher scheint ein Comeback der Original-Crew aktuell eher unwahrscheinlich. Ob Greta Gerwig oder Margot Robbie in irgendeiner Form eingebunden sind, bleibt offen. Vor allem Robbie zeigte sich in der Vergangenheit eher zurückhaltend, was einen zweiten Live-Action-Film angeht.
<blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">'Barbie' Animated Feature In Works From Illumination & Mattel Studios <a href="https://t.co/aUTgVMkEdQ">https://t.co/aUTgVMkEdQ</a></p>— Deadline (@DEADLINE) <a href="https://twitter.com/DEADLINE/status/1945921520016216281?ref_src=twsrc%5Etfw">July 17, 2025</a></blockquote> <script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>Die Hauptdarstellerin ließ bislang keine wirkliche Begeisterung für ein klassisches Sequel erkennen. Und auch Regisseurin Gerwig gab sich skeptisch. Im Dezember erklärte sie laut Hollywood Reporter, dass eine Fortsetzung nur dann infrage käme, „wenn die Geschichte wirklich gut ist“. Zusammen mit Ehemann Noah Baumbach wolle sie zwar Ideen sammeln, konkret sei aber noch nichts.
Der geplante Animationsfilm soll sich also eher als unabhängiges Projekt verstehen, losgelöst von der ursprünglichen Handlung rund um die existenzielle Krise der stereotype Barbie. Zur Erinnerung: In Gerwigs Film reist Barbie aus ihrer künstlichen Traumwelt Barbieland in die reale Welt auf der Suche nach Sinn, Identität und Selbstbestimmung. Dabei trifft sie auf den modernen Kapitalismus, konservative Geschlechterrollen und vor allem auf sich selbst.
Parallel durchläuft Ken (Ryan Gosling) seine ganz eigene Transformation, nachdem er das Konzept des Patriarchats entdeckt – mit ironisch überzeichneter Männlichkeit als Folge. Ob der geplante Animationsfilm ähnliche gesellschaftskritische Töne anschlägt, ist noch nicht bekannt. Genauso wenig steht ein konkreter Starttermin im Raum.
Die Idee von „Barbie“ wird aber weiterleben, wenn auch in veränderter Form und unter neuen Vorzeichen. Die animierte Version könnte aber recht sicher neue Zielgruppen ansprechen und die Marke auf frische Weise interpretieren.
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