Mehr als zwei Jahrzehnte sind vergangen, seitdem „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ in den Kinos lief und mit staubtrockenem Ruhrpott-Humor, schrägen Charakteren und jeder Menge Chaos Kultstatus erreichte. Jetzt steht offenbar das nächste Kapitel an. Denn kein Geringerer als Ralf Richter, das Gesicht der schillernd-brutalen Figur „Kalle Grabowski“, plant eine Serien-Adaption des Klassikers.

Dies ganz im Geiste des Originals, aber in neuer Form und für die Streaming-Welt von heute. Ralf Richter ist dabei alles andere als nostalgisch veranlagt. Es geht ihm nicht um ein müdes Wiederaufwärmen, sondern um eine eigenständige Fortsetzung mit frischer Energie. Der Impuls kam aus dem engsten Kreis, wie der Schauspieler verriet: „Mein Sohn kam auf die gute Idee: Lass uns mal so etwas Ähnliches wie Bang Boom Bang drehen.“

„Wir sind schon sehr weit damit. […]“

Zusammen mit Max und dem Regisseur Özgür Arslan wurde anfangs an einem Film gefeilt. Doch wie so oft bei ambitionierten Projekten kam der finanzielle Realitätsschock. Ein abendfüllender Streifen schien schwer zu stemmen, also wurde kurzerhand umgedacht. Stattdessen entsteht nun eine Mini-Serie.

„Wir sind schon sehr weit damit. Wir möchten es auf jeden Fall dieses Jahr noch bei Streaming-Diensten anbieten. Und wir gehen davon aus, das wird dann auch gemacht“, so Richter bei einem Talk-Event in Dortmund. Seine Begeisterung ist ansteckend – und wer ihn kennt, weiß, dass hinter solchen Ansagen meist schon einiges an Arbeit steckt.

Cineastisches Denkmal für das Ruhrgebiet

Das Ziel: Humor, Milieu und Charme des Originals erhalten und gleichzeitig den Stoff in ein modernes Format überführen. „Es ist in jedem Fall eine lustige Geschichte geworden“, verspricht er. Das Original von 1999, inszeniert von Peter Thorwarth, war nicht nur ein Kassenschlager, sondern avancierte schnell zum Kult. Gemeinsam mit „Was nicht passt, wird passend gemacht“ und „Goldene Zeiten“ bildete der Film die berühmt-berüchtigte Unna-Trilogie.

Sie war ein cineastisches Denkmal für das Ruhrgebiet, für die schrägen Vögel, das schiefe Leben und den rauen Charme des Westens – irgendwo zwischen Bierbude, Knast und Kneipentresen. Wer die deutsche Komödie nicht kennt, nachfolgend ein Blick zurück auf „Bang Boom Bang“. Man nehme: einen leicht trotteligen Kleinganoven, einen Koffer voll Kohle, ein paar durchgeknallte Kumpels und das gute alte Ruhrgebiet und schon landet man mitten in „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“.

Unvergesse One-Liner und Kult-Charaktere

Mit dem Kultfilm aus dem Herzen von NRW hat Regisseur Peter Thorwarth 1999 ein echtes Original auf die Leinwand gebracht. Im Mittelpunkt steht Keek, ein sympathischer Versager, der einfach nur irgendwie über die Runden kommen will. Dumm nur, dass sein ehemaliger Partner Kalle aus dem Knast ausbricht, weil Keek das gemeinsame Geld verprasst hat – und das Ganze nimmt dann ziemlich schnell ziemlich absurde Züge an.

Unvergessen sind dabei nicht nur all die legendären One-Liner sondern auch der Cast mit Ralf Richter als Kalle Grabowski oder Diether Krebs in seiner letzten Filmrollen als zwielichtigen Bauunternehmer Werner Kampmann. Oliver Korittke als Keek, Markus Knüfken in der Rolle von Andy, Martin Semmelrogge, der den alkoholkranken und leicht manipulierbaren Schlucke spielt.

In weiteren Rollen überzeugen Nina Petri als dessen Geliebte Manuela und Heinz Hoenig als Ratte. Nicht zu vergessen Christian Kahrmann als Mark Kampmann sowie Alexandra Neldel, Hilmi Sözer, Willi Thomczyk, Til Schweiger und Ingolf Lück als Pornoregisseur Uwe. Mit diesem Cast gelingt dem Film eine authentische Darstellung des Lebens am Rand der Legalität im Ruhrgebiet der späten 90er Jahre mit viel Lokalkolorit, trockenem Humor und pointierten Dialogen.

Quelle: waz.de