Vor kurzem verärgerte Amazon seine Prime Kunden, als es hieß, dass Werbung fortan ein fester Bestandteils des Video-Abonnements sei – und das bei gleichbleibendem Preis. Wer seine Serien und Filme auch weiterhin werbefrei genießen will, muss künftig extra zahlen. Doch damit hat die Werbeoffensive des Internetriesen noch lange kein Ende gefunden.

Die Werbeeinnahmen sollen nämlich auch in Zukunft noch weiter gesteigert werden, weshalb Amazon aktuell mit neuen Werbeformaten auf seinen Fire-TV-Geräten experimentiert. Schon seit November 2023 werden Nutzern in Deutschland beispielsweise anstelle des gewohnten Startbildschirms beim Einschalten der Geräte Werbeclips angezeigt. Amazon hatte diese Änderung im Vorfeld nicht kommuniziert, sodass die Kunden unvorbereitet mit der neuen Werbepraxis konfrontiert wurden.

Damit gesellen sich die Fire-TV-Geräte zu anderen Amazon-Produkten, die ebenfalls nach dem Einschalten erst einmal einen Werbeclip abspielen und bei denen die Gerätesteuerung erst nach dem Wegklicken zugänglich ist, so etwa Kindle-E-Book-Reader und Fire-Tablets.

Während Käufer der Tablets und E-Book-Reader jedoch vorab über diese Praxis informiert werden und durch die Akzeptanz der Werbung von einem niedrigeren Kaufpreis profitieren können, bietet Amazon für die Fire-TV-Geräte nicht die Möglichkeit, diese Werbeclips gegen einen höheren Kaufpreis abzuwählen.

Und nun kommt der nächste Schritt

Ein aktuelles Update für die Fire-TV-Geräte führt „CordCuttersNews“ zufolge nun auch noch einen neuen Bildschirmschoner ein, der bildschirmfüllende Clips anzeigt, wenn das Gerät eine längere Zeit nicht benutzt wird. Diese Werbeanzeigen dauern von 30 Sekunden bis zu einer Minute, woraufhin wieder der ursprüngliche Bildschirm angezeigt wird.

Es ist derzeit nicht bekannt, ob diese Form der Vollbildwerbung lediglich ein Testlauf von Amazon ist oder ob sie zukünftig eine breitere Anwendung finden wird. Auch ist unklar, ob es eine Möglichkeit geben wird, die Bildschirmschoner-Werbung über das Menü einfach abschalten zu können.

Zudem gibt es das entsprechende Update bislang nur in den USA. Wie die Erfahrung jedoch gezeigt hat, wird es nicht allzu lange dauern, bis wir auch hierzulande in den zweifelhaften Genuss dieser Neuerung kommen, sollte Amazon sie letztlich als sinnvoll einstufen.