Wie Amazon kürzlich bekanntgegeben hat, plant der Internetgigant, seinen werbefinanzierten Streaming-Dienst Freevee zum Jahreswechsel den Stecker zu ziehen.
Freevee wurde im Sommer 2022 in Deutschland eingeführt und bot neben dem bekannten Amazon Prime Video kostenfreie Inhalte, die sich durch Werbeeinblendungen finanzierten. Die Entscheidung, den Dienst nun einzustellen, ist ein logischer Schritt, nachdem Amazon seit einiger Zeit auf der Hauptplattform Prime Video ebenfalls Werbung zeigt. Kunden, die gänzlich auf Werbung verzichten wollen, müssen seither draufzahlen.
Geplant ist nun, alle Streaming-Inhalte auf einem Portal zu bündeln und sich dazu auf den Dienst Prime Video zu konzentrieren. Einem Sprecher von Amazon zufolge, wolle man Kunden somit ein einfaches Seherlebnis bieten.
Einige Serien und Filme von Freevee, wie „Jury Duty“ und „Bosch: Legacy“, werden von daher nicht offline genommen, sondern gehen in das Angebot von Prime Video über. Prime-Mitglieder werden demnach auch in Zukunft Zugang zu den gleichen Inhalten haben, Nicht-Mitglieder können weiterhin eine Auswahl kostenloser Streaming-Inhalte nutzen, die künftig durch das Label „Watch for Free“ gekennzeichnet sind.
Amazon hat bereits damit begonnen, bestimmte Inhalte von Freevee auf Prime Video zu übertragen. Für Kunden geht damit lediglich einher, dass sich der Ort, an dem sie ihre bevorzugten Serien und Filme finden, ändert.
Freevee, ehemals bekannt als IMDb TV, wurde ursprünglich im Januar 2019 gestartet, bot seinerzeit jedoch zunächst ein relativ bescheidenes Angebot, das sich auf eine Mischung aus älteren Filmen und Fernsehshows konzentrierte. Diese konnten dafür allerdings kostenlos angesehen werden können, da Inhalte auf Freevee, ähnlich wie beim traditionellen Fernsehen, durch Werbepausen unterbrochen wurden. Im Streamingbereich war dies seinerzeit noch ein Novum.
Als Erweiterung der Amazon-Familie, wurde der Dienst schließlich auf das Fundament der vorhandene Technologie und Infrastruktur von Amazon gesetzt und bot damit auch Nutzern eine Plattform, die nicht für Prime Video bezahlen möchten. Rückblickend erweist sich Freevee nun wohl als eine Art Testballon, um abzuklopfen, wie sehr sich Werbung mit Streaming verträgt.
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