Wer auf Amazon Prime Video Filme und Serien ohne Werbung sehen möchte, muss seit dem 5. Februar zusätzlich zu den Abogebühren weitere 2,99 Euro zahlen. Zwar ist die Idee, den Streaming-Service durch Werbung zu finanzieren, nicht neu, siehe Netflix, doch die Konkurrenz bietet dafür immerhin verbilligte Abos an, während Amazon seinen Service faktisch verschlechtert, ohne dafür die Kosten zu senken – im Gegenteil sogar, wird es nun doch teurer, wenn man keine Unterbrechungen möchte.

Abgesehen von diesen soll sich das Werbeabo zwar angeblich nicht vom teureren Abo unterscheiden, wie sich nun aber zeigt, entspricht dies nicht die Wahrheit. Kunden des Werbeabos bekommen inzwischen nämlich keinen (englischen) 3D-Sound im Dolby-Atmos-Format mehr, und auch das dynamische HDR-Bild nach dem Dolby-Vision-Standard wurde offenbar gestrichen.

Nachdem zunächst einige Nutzer darüber berichtet hatten, unterzogen die Experten von „c't“ das Amazon-Werbeabo entsprechenden Tests an Dolby-Atmos- und Dolby-Vision-fähigen Geräten.

Dabei zeigte sich, dass in dem werbefinanzierten Abo-Modell bei Titeln wie etwa der Originals-Serie Die Gabe in der Übersicht die Logos für Dolby Atmos und Dolby Vision zwar zu sehen waren, hinsichtlich der Tonausgabe jedoch nur 5.1-Ton ohne zusätzliche Höhenkanäle zu hören und lediglich ein statisches HDR-Bild im Format HDR10 zu sehen war.

Gegenüber „heise online“ hat Amazon inzwischen bestätigt, dass Inhalte mit Dolby Atmos und Dolby Vision künftig tatsächlich nur noch in werbefreien Version von Prime Video verfügbar sind.

Im Gegensatz zu Anbietern wie Netflix und Disney+ war Amazon zwar noch nie besonders gut in Sachen Dolby Atmos und Dolby Vision aufgestellt – nicht einmal 20 Titel finden sich dort mit englischem 3D-Sound – technisch entsprechend ausgestatteten Kunden dürfte es dennoch bitter aufstoßen, dass man nun drei Euro für etwas mehr zahlen soll, was zuvor noch Bestandteil des Abos war.

Die Verbraucherzentrale hat aber bereits im Zuge der Einführung der Werbung gegen Amazon geklagt, da diese Praxis aus Sicht der Verbraucherschützer eine versteckte Preiserhöhung und eine wesentliche Vertragsänderung darstellt, für welche eigentlich die Zustimmung der Nutzer hätte eingeholt werden müssen.

Quelle: heise.de