Die Xenomorphs sind zurück und nun kommen sie nicht aus den Tiefen des Alls, sondern direkt vor die Haustür. Mit dem frisch veröffentlichten Trailer zur kommenden FX-Serie „Alien: Earth“ macht Disney+ klar, dass das „Alien“-Franchise eine neue Richtung einschlägt. Keine Raumstationen, keine weit entfernten Planeten, denn dieses Mal trifft der Horror die Erde selbst.

Hinter dem Projekt steht niemand Geringeres als Noah Hawley, der bereits mit „Fargo“ und „Legion“ bewiesen hat, wie man komplexe Stoffe in ungewöhnliche Serienformate gießt. Der Serienstart von „Alien: Earth“ ist für Mittwoch, den 13. August 2025 angesetzt. Gleich zum Auftakt erscheinen die ersten beiden Episoden um 02:00 Uhr exklusiv auf Disney+, danach folgt im Wochentakt jeweils mittwochs eine neue Folge. Insgesamt umfasst die erste Staffel acht Episoden.

Wenn der Alptraum zur Erde kommt

Schon jetzt zeigt der Trailer, dass Hawley nicht auf Nummer sichergeht, sondern ein gewagtes Kapitel im Alien-Kosmos aufschlägt. Anders als die bisherigen Filme, die meist mit düsterer Einsamkeit im All oder auf fernen Kolonien arbeiteten, setzt „Alien: Earth“ auf ein Szenario, das näher kaum sein könnte. Die Erde als neuer Schauplatz bringt eine ganz eigene Beklemmung mit sich.

Auslöser des Ganzen ist ein abgestürztes Schiff der altbekannten Weyland-Yutani-Corporation – mit an Bord ein tödlicher Passagier, der besser nie die Atmosphäre durchbrochen hätte. Was folgt, ist ein erstes Aufeinandertreffen der Menschheit mit den Xenomorphs auf heimischem Boden. Brutal, direkt, ohne Vorwarnung. Der Albtraum hat nun eine Adresse – und er bringt eine Eskalation, wie man sie im „Alien“-Universum so noch nicht gesehen hat.

Bedrohung mit vielen Gesichtern

Dabei bleibt der Kern des Franchise erhalten: Biomechanischer Horror trifft auf menschliche Hybris. Nur diesmal mit deutlich gegenwärtigerem Bezug. „Alien: Earth“ setzt nicht nur auf Schockmomente, sondern auch auf Themen, die unter die Haut gehen. Im Jahr 2120, also nur zwei Jahre vor dem Originalfilm, steht eine Welt am Abgrund. Im Mittelpunkt: Ein erbitterter Wettkampf großer Tech-Giganten wie Prodigy, Dynamic, Lynch und natürlich Weyland-Yutani.

Es geht um nichts Geringeres als die Vorherrschaft über künstliche Intelligenz – und die moralischen Abgründe, die sich dabei auftun. Eine besondere Rolle nimmt Wendy ein, gespielt von Sydney Chandler. Ihre Figur – äußerlich erwachsen, innerlich noch Kind – steht exemplarisch für die zerrissene Menschlichkeit dieser Welt. Unterstützt wird sie vom Androiden Kirsh, verkörpert von Timothy Olyphant. Er ist eine Art Mentorfigur, dessen wahre Beweggründe allerdings lange im Dunkeln bleiben. Mit dabei sind außerdem Alex Lawther und Essie Davis.

Das Unbekannte, das Unfassbare

Spannend ist auch die kreative Entscheidung, sich nicht mit der Herkunft der Xenomorphs aufzuhalten. Kein Rückgriff auf mythologische Konstrukte wie in „Prometheus“, keine pseudo-wissenschaftliche Herleitung wie in „Alien: Covenant“. Stattdessen wird das Wesen als das gezeigt, was es sein soll: Ein evolutionärer Albtraum, entstanden durch Anpassung, Effizienz – und ohne moralisches Korsett. „Alien: Earth“ wählt damit einen klaren Kontrast zum Trend, alles erklären zu wollen. Hier herrscht wieder das Unbekannte, das Unfassbare.