Wenn ein Film wie „Afterburn“ endlich seinen Weg ins Heimkino findet, freuen sich vor allem alle, die Action gern direkt vom Sofa aus genießen. Die Blu-ray- und DVD-Veröffentlichung macht es jetzt leicht, in ein wildes, postapokalyptisches Action-Abenteuer einzutauchen. Explosionsreich, kantig, manchmal herrlich trocken und getragen von einem Cast, der in dieser Konstellation für reichlich Kurzweil sorgt.

Im Mittelpunkt steht eine Welt, in der vieles im Eimer ist, aber die Jagd nach alten Kostbarkeiten nichts von ihrem Reiz verloren hat. Die Geschichte setzt auf ein Europa, das nach einer verheerenden Katastrophe nur noch in Teilen an die Welt erinnert, die wir kennen. Zwischen zerstörten Städten und improvisierten Zufluchtsorten sind Überbleibsel der Vergangenheit plötzlich wertvoller als jeder Hightech-Kram.

Dave Bautista als wortkarger Ex-Soldat

Genau in dieses Szenario schickt „Afterburn“ Dave Bautista, der sich als wortkarger Ex-Soldat Jake durch das Chaos schlägt. Bautista bringt dabei erneut die Mischung aus seiner Präsenz und dieser ruhigen Selbstverständlichkeit mit, für die ihn viele Genre-Fans ohnehin schätzen. Begleitet wird er von Drea (Olga Kurylenko). Sie ist keine klassische Sidekick-Figur, sondern jemand, der eigene Pläne verfolgt und deutlich macht, dass Loyalität in dieser Welt eher ein Bonus als ein Standard ist.

Die Dynamik zwischen beiden sorgt immer wieder für kleine Spitzen, ohne den Film aus seinem Tempo zu reißen. Dazu kommt ein Auftritt von Samuel L. Jackson, der als Auftraggeber mit undurchsichtigen Motiven auftaucht und der Geschichte eine zusätzliche Ebene verleiht, selbst wenn er nicht ständig im Vordergrund steht. Was „Afterburn“ besonders auszeichnet, ist die Art, wie das Actionkino hier verstanden wird.

Ein Abenteuer mit klassischer Action

Das Action-Abenteuer wirkt nicht wie ein glattpoliertes Digitalspektakel, sondern greift spürbar auf handfeste Stunts, echte Fahrzeuge und körperlich greifbare Auseinandersetzungen zurück. Das Ergebnis fühlt sich direkter an, näher an dem, was viele Fans klassischer Action schätzen. Wenn Panzer durch verwüstete Landschaften rollen oder improvisierte Maschinen jagen, hat das etwas angenehm Rohes, das sich heutzutage selten findet.

Regisseur J.J. Perry, selbst mit Stunt-Hintergrund, setzt zudem auf eine klare, gut lesbare Bildsprache. Anstatt jede Szene mit Effekten zu überladen, bleibt er nah an seinen Figuren und legt Wert darauf, dass man jede Bewegung nachvollziehen kann. Dadurch entstehen Action-Momente, die wuchtig wirken, ohne sich in visueller Übertreibung zu verlieren. Das Ganze versehen mit einem angenehm hohen Tempo. Gleichzeitig lockert „Afterburn“ seine raue Atmosphäre mit kleinen, trockenen Sprüchen auf.

Pointierter Humor zur Auflockerung

Die humorvollen Spitzen sind nicht als Dauerfeuer angelegt, sondern als kurze Momente, die sich organisch einfügen. Dadurch behält der Film trotz seines ernsten Ausgangsszenarios eine spielerische Seite, die an Abenteuerfilme erinnert, bei denen man nie so ganz weiß, wer gleich um die Ecke lauert. Auch die Figurenwelt drumherum ist angenehm überzeichnet. Dies aber nicht albern, aber klar im Comic-Geist verankert. Warlords, Glücksritter und zwielichtige Banden treiben ihr eigenes Spiel, was die Schatzsuche zusätzlich anheizt.

Für Fans bietet die Veröffentlichung nun die Möglichkeit, all diese Facetten bequem im Heimkino abzufeiern. All die wuchtigen Setpieces, die markanten Charaktere, die Mischung aus Endzeit-Atmosphäre und Abenteuervibe. „Afterburn“ wirkt wie ein modernes Genreprojekt, das Lust darauf hat, seine Wurzeln offen zu zeigen, ohne altmodisch zu wirken. Wer Action mag, die ohne großes Drumherum auskommt und mehr auf Energie als auf Effektspektakel setzt, dürfte hier einiges finden, was den Abend füllt.

„Afterburn“ (LEONINE) VÖ: 05. Dez. 25