Acht Jahre Funkstille und dann dieses Beben. Kathryn Bigelow meldet sich mit dem Thriller „A House Of Dynamite“ zurück. Der neue Netflix-Hit ist hierbei kein lautes Spektakel, sondern ein spannendes Kammerspiel im Angesicht des Weltuntergangs. Und das kommt offenbar gut an. Denn in über 70 Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, steht der Thriller aktuell auf Platz 1 der Netflix-Charts.
Kathryn Bigelow, bekannt für ihre Filme wie „Strange Days“, „Gefährliche Brandung“, „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ oder „Zero Dark Thirty“, hat offenbar wieder einen Nerv getroffen. In „A House Of Dynamite“ droht eine Atomrakete die Vereinigten Staaten zu vernichten. Zehn Millionen Menschenleben stehen auf dem Spiel. Das klingt nach klassischem Katastrophenkino, doch Bigelow nutzt das Szenario weniger für Explosionen als für einen Psycho-Thriller.
Sie zeigt den Ausnahmezustand in den Räumen der Macht, wo Entscheidungen über Leben und Tod in Sekunden gefällt werden müssen. Im Zentrum steht das Team des Weißen Hauses, angeführt von einer Sicherheitsbeamtin (Rebecca Ferguson) und dem US-Präsidenten (Idris Elba). Beide verkörpern Menschen, die bei aller Verantwortung, letztlich denselben Ängsten ausgeliefert sind wie jeder andere. Ein Tag, der mit Routine beginnt, endet in einem moralischen Albtraum.
Während draußen der Countdown läuft, herrscht drinnen ein stilles Chaos. Wut, Panik, kalte Berechnung. Die Katastrophe ist nicht nur technologisch, sondern zutiefst menschlich. „A House Of Dynamite“ spielt mit der Angst, die nie ganz verschwunden ist. In einer Welt, in der Atomwaffen wieder salonfähig scheinen, erinnert Bigelow daran, wie fragil das sogenannte Gleichgewicht des Schreckens tatsächlich ist. Was den Reiz von „A House Of Dynamite“ ausmacht, ist seine Ungewissheit.
Niemand weiß, wer die Rakete gestartet hat – Russland? China? Nordkorea? Oder gar ein Fehler im System? Diese offene Bedrohung macht „A House Of Dynamite“ so beunruhigend realistisch. Denn wenn die Verantwortlichen im Dunkeln tappen, stellt sich die Frage: Wer darf reagieren, und wie? Ein Gegenschlag könnte die Welt ins Nichts stürzen. Bigelow erzählt die letzten 20 Minuten vor der möglichen Explosion aus mehreren Perspektiven.
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